Heumarkt 1938
   
 

Zeughausstrae 1935
   
 

Hohestrae 1936
   
 

Severinstrae 1936
   
August Sander (1876 1946), einer der wichtigsten deutschen Photographen der ersten Hlfte des 20. Jahrhunderts, wurde international bekannt und gelobt fr die auergewhnliche Natrlichkeit seiner Bilder. Sein berhmtestes Werk ist die von ihm 1925 begonnene Mappensammlung Menschen des 20. Jahrhunderts, die einen Querschnitt durch die damalige zeitgenssische Gesellschaft zeigen sollte und an der er bis zu seinem Tod arbeitete. Ab 1930 widmete er sich verstrkt der Natur- und Architekturphotographie der Stdte und Landschaften an Rhein und Mosel.

Das Klnische Stadtmuseum zeigt nun eines seiner wichtigsten Projektwerke, eine Sammlung von 100 Bildern, ausgewhlt aus einem umfangreichen Konvolut von Aufnahmen aus den Jahren 1920 1939, die das unzerstrte Kln zeigen. Seit dem Zweiten Weltkrieg haben diese Aufnahmen nicht nur an dokumentarischem, sondern auch an kulturhistorischem Wert gewonnen.

Im Siegerland als Sohn eines Grubenzimmerhauers geboren, arbeitete Sander nach dem Besuch der Volksschule zunchst als Haldenjunge in einer Erzgrube. Dort kam er eher zufllig mit der Kunst der Photographie in Berhrung, die er spter erfolgreich zu seinem Beruf machte. Sander arbeitete als Photograph in verschiedenen Stdten Deutschlands, bis er 1909 mit seiner Familie nach Lindenthal in Kln zog. Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 wurde Sander zum Sanittsdienst einberufen. Die Eindrcke, die er von zerstrten franzsischen und belgischen Orten mitbrachte, lieen ihn nun verstrkt in Kln fast dokumentarische Architektur- und Landschaftsaufnahmen machen, um die Stadt im Bild festzuhalten.

Der Zweite Weltkrieg brachte auch fr Sander groe Verluste mich sich. Sein Sohn starb im Zuchthaus, seine Publikationen wurden beschlagnahmt, und ein Groteil der Negativpaletten, die er ber die Jahre gesammelt hatte, wurde zerstrt. Die Negative fr das nun ausgestellte sptere Mappenwerk konnte er in den Westerwald retten. Nach dem Krieg erkannte Sander die Bedeutung der Aufnahmen und widmete sich der Zusammenstellung zweier Projektwerke: Kln nach der Zerstrung und Kln wie es war, das er 1952 vollendete. Die letztgenannte Mappe wurde 1953 von der Stadt Kln nach einigem Zgern mit allen Rechten erworben.

Die Exposition zeigt diverse Aufnahmen von Straen, Pltzen und Gebuden der Domstadt sowie viele Panoramaaufnahmen. Da Sander mit seinen Aufnahmen keine rein dokumentarische Arbeit leisten wollte, sondern vielmehr sein persnliches Bild von der Stadt, also den Eindruck, den er von ihr hatte, vermitteln wollte, gab er den Bildern keine Namen und ordnete ihnen keine Daten zu. Er bearbeitete jeden Abzug per Hand und entfernte unter anderem alle Zeichen der NS-Zeit aus den Bildern.

Die Ausstellung lohnt sich fr alle, die an Kunst, Photographie und/oder der Stadt Kln interessiert sind. Sie ist sehr bersichtlich, und wer mchte, kann sich das gesamte Mappenwerk ansehen - in einem neu verffentlichten Bildband, der smtliche Aufnahmen beinhaltet In Anlehnung an Sanders Werk wird im Erdgeschoss eine moderne Photoausstellung mit dem Titel Lob der Weitsicht gezeigt. Der Knstlers Eusebius Wirdeier dokumentiert mit seinen Aufnahmen verschiedene Phasen von Bauvorgngen in der Stadt.


Eintritt fr Studenten: 1,50
Die Ausstellung luft bis zum 7. Februar 2010.

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