Le facteur Joseph Roulin, van Gogh
   
 

Unendlichkeit, Hodler
   
 

Deux person, Picasso
   
Gerhard Richter, einer der renommiertesten Knstler der Gegenwart, bezeichnete das Schweizer Museum Winterthur als sein Lieblingsmuseum. Zwar sei es nicht so berhmt wie der Louvre oder das Guggenheim Museum, aber bilde eine Ausnahmeerscheinung unter den Museum, insofern als dass es sich noch um Kunst kmmere und nicht nur Events plane.

Das Kunstmuseum Winterthur entstand aus einem 1848 gegrndeten Kunstverein von Kunstfreunden und Knstlern, der den Museumsbau initiierte. Mitten im 1. Weltkrieg schlielich wurde das private Museum 1916 in der politisch neutralen Schweiz erffnet und und prsentiert seither in seinen klassizistischen Rumen und seit 1995 auch in dem modernen Erweiterungsanbau internationale Kunstschtze der Moderne.
Wie ein wahres Who is who lsst sich die Liste der Knstler lesen, die sich in der Sammlung des Museums Winterthur zusammenfinden: Monet, van Gogh, Czanne, Kandinsky, Kokoschka, Mir, Picasso und Arp sind nur einige Beispiele der namhaften Knstler, deren Werke nun in dem Gastspiel Gipfeltreffen der Moderne in der Bonner Kunst- und Ausstellungshalle ausgestellt werden.

Ein Rundgang durch die beeindruckende Sammlung bietet nicht nur einen wahren Augenschmaus, sondern erhellt zugleich die Entwicklung der modernen Kunst vom Impressionismus ber Kubismus, Abstraktion, Konstruktivismus, Surrealismus und die Nachkriegskunst bis hin zur neuesten internationalen Gegenwartskunst.

Der erste Ausstellungsraum ist dementsprechend dem franzsischen Impressionismus gewidmet. Von den Wnden rund um Auguste Rodins Bronzeakt Pierre de Wissant (1885) blicken dessen berhmte Zeitgenossen. Werke von Monet, Sisley und Czanne verdeutlichen, dass mit dem Impressionismus ein Bruch mit der damaligen Kunstanschauung erfolgte. Landschaftsmalerei wurde nicht lnger im Atelier nach Studien betrieben, sondern im Freien vor dem Motiv praktiziert. Die Flchtigkeit des Augenblicks fngt auch ein Bild Camille Pissaros ein, dessen wilde Pinselstriche das bunte Treiben auf dem Boulevard Montmarte in Paris darstellen.
In den folgenden Rumen kann der Besucher bekannte Kunstwerke wie etwa Picassos Bronzekopf des Harlekin sowie dessen lmalerei Mann und Frau, Hans Arps Skelett und Paul Klees Das Blhende bewundern.

Konzentriert sich die Sammlung Winterthur seit Mitte des 20. Jahrhunderts vor allem auf die abstrakte amerikanische Kunst, so werden in der Ausstellung einige Knstler in gesonderten Komplexen eingehender bedacht, wie etwa der Schweizer Ferdinand Hodler (1853-1918), der insbesondere auf dem Gebiet der Selbstportrtierung als Meister dieser Gattung gilt. Neben zweien seiner ber 100 Selbstbildnisse prsentiert die Ausstellung einige seiner grandiosen Landschaftsbilder, die ihn als einen der groen Landschaftsmaler Europas bezeugen.
Auch dem Italiener Giorgi Morandi (1890-1964) ist mit sieben seiner fast schon fragilen Flaschenstillleben ein besonderer Abschnitt der Ausstellung bedacht.

Eduard Vuillard, Giovanni Giacometti, Fernand Lger, Richard Hamilton und nicht zuletzt Gerhard Richter werden in besonderen Komplexen vorgestellt. So ist beispielsweise eine der seltenen plastischen Arbeiten Richters zu sehen: ein Kreuz aus reinem Gold. Als Atheist habe er es machen wollen, weil es das wichtigste Zeichen fr unsere Geschichte sei, gerade, weil man dieses Zeichen heute nur ungern sehe.
Daneben hngen mehrere seiner Bilder, u. a. der Wasserfall, ein Bild der Berge, das fr Richter Heimat symbolisiere, das Gefhl des nach Hause kommen vermittle. Gleiches gilt laut Richter fr das Museum Winterthur:Das ist so ein richtiges Museum, wo man sich zu Hause fhlt, wo man merkt, hier gehts um Kunst und nicht um Sensation.
Mit der berschaubaren, aber exzellenten Auswahl der Kunstwerke ist die Sammlung jedoch nicht anders als sensationell zu bezeichnen.


Das Gipfeltreffen der Moderne ist noch bis zum 23. August 2009 in der Bonner Kunst- und Ausstellungshalle zu sehen.
Der 30mintige Kurzfilm Von Stiftern und Anstiftern das Kunstmuseum Winterthur von Horst Brandenburg ist Teil der Ausstellung und erzhlt die Entstehungsgeschichte des Kunstmuseums.

Weitere Informationen auf der Homepage.

Artikel drucken