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To New York, With Love
   
 

Lost, Lost, Lost
   
 

Jonas Mekas
   
Jonas Mekas ist ein litauischer Künstler, vorrangig Filmemacher,der heute in New York lebt und wirkt. Als junger Mann fällt er, auf dem Weg zu seinem Wunsch-Studienort Wien, 1944 dem Nationalsozialismus zum Opfer und wird gemeinsam mit seinem Bruder in ein Zwangsarbeiterlager in Elmshorn bei Hamburg inhaftiert. Nach der Befreiung studiert er Philosophie in Mainz, bis er schließlich 1949 gemeinsam mit seinem Bruder nach Brooklin, New York, emigriert und dort sesshaft wird. In New York angekommen, kann er ein neues Leben beginnen. Sein künstlerisches Wirken äußert sich primär im Medium des Films. Schnell fast er Fuß und entwickelt sich zum einflussreichen Künstler. Die Ausstellung vermittelt sein vielfältiges Wirken sowie seinen nachhaltigen Einfluss auf Künstler und Filmemacher verschiedenster Generationen.

Die Ausstellung zeigt Jonas Mekas' Dokumente, Publikationen, Filmplakate und gewährt vor allem Einblick in sein umfassendes filmisches Wirken. Im Laufe seines Schaffens ist der Künstler Filmemacher und zugleich Vermittler zwischen Künstlern, er agiert als Filmkurator und ist zudem ein gefragter Filmkritiker – Der Zuschauer erfährt Jonas Mekas als einen Hauptakteur der gesamten Filmgeschichtsschreibung.

Wenngleich der Ausstellungsschwerpunkt auf dem künstlerisch-filmischen Schaffen von Mekas liegt, liefert sie zugleich tiefe Einblicke in die scheinbar sehr vielfältige Persönlichkeit des Künstlers. Ausstellungsobjekte sind unter anderem seine Kalender; der Zuschauer erfährt eine unmittelbare Nähe zu Mekas. Doch auch das filmische Wirken des Wahl-New Yorkers gewährt Einblicke in das Privatleben des Künstlers. Sein besonderer Stil ist es nämlich, Aufzeichnungen des Alltags und aus seinem unmittelbaren Umfeld zu veröffentlichen und damit zu zeigen, welchen Blickwinkel er auf das Leben und die Welt hat. Die Kombination von „filmischen Tagebüchern“, den dazugehörigen O-Tönen sowie den Off-Kommentaren von Mekas ergeben eine komplexe Poesie, die den Zuseher- und -hörer zum Nachdenken anregt. Hier kommt der Philosophiestudent und Poet in Mekas hervor, denn Filme werden häufig unterstützt und ergänzt durch Tafeln, auf denen Mekas Poesie erscheint. Bei Weitem keine leichte Kost, aber dennoch sehr reizvoll! Überraschend ist vor allem, wie innovativ der heute schon fast Achtzigjährige agiert. Die Ausstellung umfasst diverse Video- und Filminstallationen. Besonders hervor sticht hierbei die eingangs platzierte neue Videoarbeit „365 Day-Project“, bei dem Mekas im Jahr 2007 jeden Tag einen Kurzfilm erneut mit der Handkamera drehte und nun als gebündeltes Projekt ausstellt. Nachteilig könnte es jedoch sein, dass ein großer Teil der Ausstellung auf Englisch erscheint und somit eine gewisse Sprachkompetenz erfordert, wenngleich die Installationen auch ohne komplettes Text-Verstehen wirken und funktionieren.

Es bietet sich an, auch hier wird die Ausstellung ergänzt durch ein begleitendes Filmprogramm, das den Regisseur Jonas Mekas vorstellt. Unter www.Museum-Ludwig.de können die jeweiligen Termine eingesehen werden.

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