Kunst ist langweilig, verstaubt und unverstndlich. So lautet hufig die Meinung von jungen Menschen, wenn sie an den Besuch eines Kunstmuseums denken. Groe, sterile Hallen, in denen abstrakte Objekte von angeblich berragenden Knstlern ausgestellt sind. Und dazu im schlimmsten Fall noch eine zweistndige Fhrung von einer uralten Kunsthistorikerin, deren Ausfhrungen bestenfalls Gleichgesinnte interessieren.

Um diesen Vorurteilen entgegen zu wirken, hat das Museum Ludwig seit 2002/2003 die junge Nacht im Programm. Hier sind besonders junge Menschen herzlich eingeladen sich mit Altersgenossen ber die zahlreichen Knstler und deren Werke auszutauschen. Denn an diesem Abend gibt es keine staubtrockenen Fhrungen, sondern junge und hochmotivierte Menschen, die in den einzelnen Abteilungen Rede und Antwort stehen. So erfhrt man stets nicht nur etwas ber die Werke selbst, sondern auch das ein oder andere Detail ber den Knstler, das so in kaum einer Biographie zu finden wre. Das liegt daran, dass die ber vierzig Experten in einem halbjhrigen Tutorium auf diese Veranstaltung hin geschult werden. Die Meisten studieren Kunstgeschichte, sind oft im selben Alter wie die Besucher und brennen darauf, dass sie mit Fragen gelchert werden. Dieses Konzept scheint gut zu funktionieren: berall scharten sich kleine Gruppen um die Experten, es wurde erklrt und diskutiert.

Aber nicht nur in den Ausstellungshallen durfte diskutiert werden. Im Foyer des Museums wurde extra fr diesen Abend eine gemtliche Lounge konzipiert, die im Anschluss an den Besuch zum weiteren Austausch bei einem Klsch oder Cocktail einlud. Ab 23 Uhr war dann DJ Stefan Schmidt an den Turntables, der mit soulpunk, wave und indierock zur entspannten Atmosphre beitrug. Sogar einen Liveact gab es an diesem Abend noch. Die Band Kinski sorgte gegen 24 Uhr dafr, dass sich zu ihrer Gitarrenmusik der eine oder andere Besucher zum Tanzen hinreien lie.

Die Mischung aus Kunst und Nighlife scheint sich in jedem Fall bewhrt zu haben, denn bereits zum fnften Mal fand die junge Nacht im Museum Ludwig unter der Projektleitung von Sophia Herber und Paola Malavassi statt.
Nicht nur junge Menschen scheinen diese besondere Art eines Museumsbesuchs zu schtzen, denn auch Menschen, deren Studentenzeit wohl schon etwas lnger zurck liegen muss, fanden sich unter den Besuchern.

Mit den Kunstdialogen bietet das Museum Ludwig seinen Gsten an diesem Abend eine tolle Mglichkeit, sich Kunst zu nhern. Und fr all diejenigen, die nicht bis zur nchsten jungen Nacht warten mchten, gibt es eine weitere Besonderheit: Vierteljhrlich findet der sogenannte Lange Freitag statt. Hier haben die Besucher ebenfalls die Mglichkeit mit den Experten ber eine aktuelle Sonderausstellung zu diskutieren. Auch hier folgt anschlieend wieder eine Party mit Live Musik, DJ und Bar im Foyer. Nchster Termin: Montag, 01.04.2008, 19.00 01.00 Uhr.
Na dann, ran an die Kunst!

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