Alt und Neu
   
 

Der neuste Arp
   
 

Kaa - Installation von Barbara Trautmann
   
 

Gute Sitzgelegenheit
   
Flschungsskandale hin oder her, an diesem Wochenende (29.- 30. September) wird nach ungefhr 20 Jahren Planung das Arp-Museum im Bahnhof Rolandseck bei Remagen fr die ffentlichkeit erffnet. Auf rund 2900 Quadratmetern Ausstellungsflche sind die Werke des Namenspatrons Hans Arp sowie von sieben Gegenwartsknstlern zu sehen.

Das seit 2000 betriebene alte Arp-Museum im historischen Bahnhofsgebude wurde durch einen neuen Museumskomplex auf dem bewaldeten Berghang dahinter erweitert. Dabei kann sich das vom amerikanischen Star-Architekten Richard Meier entworfene Museum, das zunchst einmal wie ein weier Klotz in der Landschaft erscheint, durchaus sehen lassen. Schlielich kostete es mehr als 30 Millionen Euro und bietet eine wunderbare Aussicht auf die Rheinlndische Hgellandschaft.

Aber der Neubau hat durchaus mehr zu bieten: Es gleicht einer kleinen Dschungel- Reise vom alten in den neuen Komplex zu gelangen. Am Haupteingang des Bahnhofsgebudes angekommen, muss man zwei circa 40 Meter lange Tunnel durchqueren, um das neue Museum am Hang letztendlich erreichen zu knnen. Der erste Tunnel, lichtdurchflutet, ist mit einem Zitat des dadaistischen Knstlers Arp Der Trumer vermag husergroe Eier tanzen zu lassen versehen und birgt dasneuste Kunstwerk Arps, ein riesengroer Krbis aus seinem Garten bei Locarno/Schweiz. Im zweiten Tunnel, dort ist es ein wenig dster, begegnen wir Kaa, der Schlange. Eine 18 Meter lange Installation der Knstlerin Barbara Trautmann bestehend aus Neonleuchtringen. Am Ende des Tunnels ist immer noch Licht, was die Hoffnung bestrkt auf noch mehr Licht oder auch auf weitere Kunstwerke zu stoen.

Wir befinden uns nun im ersten Geschoss des Museums, das durch seine Fensterwnde besticht und kommen der Dschungelatmosphre ein wenig nher. Zu unserer Linken starren uns Nashorn-Kpfe aus dem Wald durch die Scheiben an. Zu unserer Rechten: eine Installation der Bildhauer-Werkstatt von Johannes Brus mit dem Titel Der ganze Eisberg. Dort sind ebenfalls Nashrner, sowie Elefanten und noch anderes Getier aus Gips zu sehen. Aus der Werkstatt fhren Fuabdrcke aus Staub zum High-Tech Lift, der uns zu den Werken von Anselm Kiefer nach oben in die zweite Etage befrdert. Wenn einem zwischendurch mal die Puste ausgeht, bieten die von den beiden Knstlerinnen Yvonne Fehling und Jenny Peiz berall aufgestellten Sitzgelegenheiten der besonderen Art eine gute Mglichkeit, ein wenig zu verschnaufen.

Das dritte und letzte Geschoss des babylonischen Baus beherbergt 90 Exponate des Dadaismus-Mitbegrnders Hans Arp unter dem Titel Die Natur der Dinge. Wobei man sich der aktuellen Medienlage zufolge nicht sicher sein kann, ob es sich bei den Skulpturen um Nachgsse oder Originale handelt. Aber dieses Thema lassen wir jetzt mal ganz dezent beiseite, denn ein Besuch im neuen Meier-Bauerwerk ist nicht nur durch seine aktuelle Ausstellung allemal lohnenswert sondern auch durch seine besondere Lage, die den Museumsbesucher durch seine Fensterlandschaften schon mal dazu verfhrt mehrere Blicke nach drauen zu werfen. Und das liegt auch ganz im Sinne des Erfinders. Das Museum realisiert Arps Vorstellung von Kunst, demnach jene ein Zusammenspiel von Natur, Mensch und Dingwelt sein soll.

Am 29. und 30. September ist der Eintritt im Arp Museum fr alle Besucher frei! Danach betrgt er regulr 8 und ermigt 5 Euro. Zu erreichen ist das Museum von Bonn aus in 10 Minuten mit der Bahn.

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