Eigentlich wollte der franzsische Unterwasserarchologe Franck Goddio ein Flagschiff von Napoleon erforschen, welches 1798 in der Bucht von Akubir an der Mittelmeerkste gyptens versenkt wurde, aber dann kam alles ganz anders: Einige Fundstcke wiesen darauf hin, dass sich in den Tiefen des Meeres berreste der vor tausenden von Jahren versunkenen Stdte Kanopus und Heraklion, sowie Teile des Hafens von Alexandria befanden. Verheerende Naturkatastrophen lieen diese Zentren von Handel, Wissenschaft und Kultur damals im Meer verschwinden.

Mit der neusten Technologie der Unterwasserarchologie gelang es Goddio und seinem Team, bestehend aus Archologen, gyptologen, Physikern und Tauchern, in einem fast zehn Jahre andauernden Prozess die berreste zu orten und zu bergen. ber viertausend Objekte holten die Forscher ans Licht, von 15 Tonnen schweren Kolossalstatuen bis hin zu wenigen Zentimetern groen Bronzemnzen.

Die Kunst- und Ausstellungshalle in Bonn zeigt nun im Rahmen der Ausstellung "gyptens versunkene Schtze" 500 Fundstcke aus den spektakulren Unterwasser-Expeditionen: Statuen, Keramiken, Kultgerte, Mnzen, Schmuck und Gegenstnde des alltglichen Lebens. Insgesamt decken die Exponate mehr als 16 Jahrhunderte gyptische Geschichte ab. Highlight sind hierbei sicherlich die vier fnf Meter groen Statuen in Gestalt gyptischer Knige, die in der damaligen Zeit den Eingang eines Tempels flankierten und jetzt in der Ausstellungshalle einen als Pyramide gestalteten Durchgang bewachen.

Das Besondere an der Ausstellung ist jedoch die Gegenberstellung der Exponate mit groformatigen Fotografien, die die Fundstcke in ihrem ursprnglichen Zustand am Fundort zeigen, halb versteckt im Sand, mit einer Schicht aus Algen berzogen und von Meerestieren bevlkert. In Verbindung mit einigen Wandtexten bietet die Ausstellung einen tollen Einblick in die faszinierende Welt der Unterwasserarchologie, einer noch relativ jungen Wissenschaft, die erst in den letzten Jahren durch neuste Erkenntnisse der Tauchtechnik in diesem Ausma mglich wurde. Die wissenschaftlichen Methoden unterscheiden sich grundstzlich wenig von denen der herkmmlichen Archologie, allerdings macht das Wasser die Bergungsarbeit um einiges schwieriger. Allein die Konservierung und Restauration der Gegenstnde ist eine Wissenschaft fr sich.

Wer sich fr gyptische Geschichte interessiert oder sich einfach auf eine spannende Unterwasser-Expedition entfhren lassen mchte, dem sei diese tolle Ausstellung dringend ans Herz gelegt.

Zu sehen ist die Ausstellung in der Kunst- und Ausstellungshalle noch bis zum 27. Januar 2008. Der Eintritt betrgt regulr 12 Euro, fr Studenten ermigt 7 Euro. Infos zu ffnungszeiten, Fhrungen und dem umfangreichen Rahmenprogramm gibt es unter www.bundeskunsthalle.de.

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