Die Bundeskunsthalle alleine ist schon ein beeindruckender Bau. Saubere Linien, weie Auenwnde, an einer hngt eine groe Videoleinwand, die die aktuellen Ausstellungen ankndigt: "Bauhaus", "Pina Bausch" und "Parkomanie". Einmal durch die Drehtr und das Innere ist genauso imposant. Eine weite, lichtdurchflutete Halle mit hohen Fensterfronten empfngt den Besucher. Bis zum Ticketschalter sind es bestimmt 25 Meter Weg ber hellen Steinboden.

Alles ist Design

Der Weg zur Bauhaus-Ausstellung fhrt ber eine Treppe in den ersten Stock. Durch den Eingang blickt der Besucher in einen dunklen Raum. Nach den ersten Schritten findet er sich unter einem weit gespannten Baldachin aus Tarnstoff wieder. An der linken Wand hngen diverse Entwrfe. Was das mit Bauhaus zu tun hat? Keine Ahnung. Aber die Ausstellung luft unter dem Hashtag #allesistdesign. Da fllt dann wohl auch der Baldachin drunter. Im nchsten Raum befinden sich zwei lrmende Videoinstallationen und einige Exponate zu einem Theaterstck. Die Verwirrung wchst. Doch im nchsten Bereich hngen Bilder mit Slogans an der Wand und die Schilder, die daneben hngen, klren ber die Anfnge des Bauhaus-Stils auf. Gegrndet 1919 in Weimar von Walter Gropius als Kunstschule war das Bauhaus-Design etwas ganz neues. Es vereint Kunst mit Handwerk und Architektur.

Und dann sind sie da, stehen in einem hell erleuchteten Raum in einem geordneten Chaos auf dem Boden: Die berhmten Sthle im Bauhaus-Design. Bequem sehen sie nicht aus, sollen sie aber sein. Probesitzen ist leider verboten. Womit hingegen gespielt werden darf, ist das ausgestellte Spielzeug und ein Schachspiel. Kunst zum Anfassen. In den nchsten Arealen geht die Entwicklung des Designs weiter. Die verschiedenen Ausstellungsstcke und Bilder zeigen, wie der Stil sich ber die Jahrzehnte verndert hat. Den Abschluss bildet ein Zimmer, an dessen Wnden groe Fotografien hngen, die nchtern funktional eingerichtete Rume einer Wohnung zeigen. Da finden sich auch die verschiedenen Sthle wieder.

"Pina Bausch und das Tanztheater"

Die Ausstellung rund um die 2009 verstorbene Tnzerin und Choreographin Pina Bausch und das von ihr untrennbare Wuppertaler Tanztheater befindet sich im Erdgeschoss. In der weitlufigen Halle ist es schummrig. Gegenber dem Eingang hngt eine groe Videoleinwand, auf der Ausschnitte aus verschiedenen Auffhrungen zu sehen sind. Davor und bis in die linke Ecke ist etwas aufgebaut, das aussieht wie ein kleines Caf. Runde Tische stehen in dem Bereich, unter deren Glasplatte die verschiedensten Exponate zu sehen sind: Eintrittskarten, Bilder von Auffhrungen, Programmhefte und andere Memorabilien. berall befinden sich Bilder und Fotos der Reisen und Auffhrungen der Tanzkompanie. Anhand der Einblicke entfaltet sich ein ganzes Leben voll Tanz und Lebensfreude.
Irgendwann landet der Besucher in einem dunklen Raum. Hierin befindet sich eine riesige Videoinstallation, die aus acht einzelnen Leinwnden besteht, die wechselnd mal ein ganzes Bild, mal verschiedene Szenen aus den bekanntesten Stcken der Kompanie zeigen. Ganz schn viele Eindrcke prasseln da auf einen ein. Es ist unmglich, sich auf alle Bilder gleichzeitig zu konzentrieren. Wenn man hier lnger sitzt, kriegt man bestimmt Kopfschmerzen. Aber irgendwie lsst es einen nicht los. Faszinierend wie die Mitglieder der Kompanie miteinander tanzen und die verschiedenen Elementen wie Wasser oder Sand in ihre Bewegungen beeinflussen.

Das Highlight der Ausstellung ist ein Nachbau der "Lichtburg, dem Probenraum des Tanztheaters in Wuppertal. An einem Ende ist eine Bhne angedeutet, vor dessen Vorhang eine Leinwand hngt, auf der Episoden einzelner Proben gezeigt werden. An den Seiten hngen nicht nur Bilder, sondern auch Original-Kostme. Die Mitte des Raumes ist frei und ldt den Besucher ein, sich von der Musik und den Bewegungen der Tnzer inspirieren zu lassen, Bauschs Anweisungen zu lauschen und sich dazu frei zu bewegen. Leider nimmt dieses Angebot niemand wahr. Eigentlich schade, aber da fehlt dann doch der Mut, sich vor Anderen so zu entblen.

Keine Chance fr Langeweile

Die zwei Ausstellungen knnten unterschiedlicher nicht sein. Bei "Bauhaus" geht es um klare Linien, nchterne, reduzierte Formen. Bei "Pina Bausch" scheint selbst in den ausgestellten stationren Exponaten Bewegung zu sein.Beide sind auf ihre Art aufschlussreich und sehenswert. Allerdings sind es in kurzer Zeit sehr viele Impressionen und Informationen, die auf den Besucher einprasseln. Besonders bei der Ausstellung zu Pina Bausch ist es oft besser, einfach die Bilder sprechen zu lassen, als die Vielzahl an Schildern zu lesen.

Wer noch Durchhaltevermgen und keinen brummenden Kopf voll neuer Eindrcke hat, kann auch noch die derzeitig dritte Ausstellung "Parkomanie. Die Gartenlandschaften des Frsten Pckler besuchen.


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