Es gibt keine Ordnung ohne das Auergewhnliche. Da das Chaos die Welt zusammenhlt, widmet sich die Bonner Bundeskunsthalle den Meistern der Unordnung. Den Besucher erwarten Ausstellungsstcke aus der ganzen Welt und aus verschiedenen Epochen. Ausgeschlossen ist nur das Gewhnliche.

Lob der Torheit

Gleich zu Beginn werden turbulente Szenen des nordindischen Holi-Festes an eine Wand projiziert. Man sieht freudige Menschen, die sich mit Farbpulver bewerfen. Chaos bricht starre Regeln An diesem Tag ist der gesellschaftliche Status aufgehoben. In einem anderen Raum steht ein Wagen voller bunter, skurriler Narren-Figuren. Integriert ist ein Video, das eben solche zeigt. Zu sehen ist die "Rebel Clown Army", die sich marschierend bei einem Polizisten einharkt und ihm einen Clown-Hut aufsetzt. Auch Pablo Picasso nahm sich den Schelmen an. Fr die Titelseite der kommunistischen Zeitung Le Patriote de Nice et du Sud-Est zeichnete er zur Karnevalszeit Narrenkpfe.

Wahnsinn und Schattenmonster

Im nchsten Abschnitt wieder ein Video. Verstrende, unter die Haut gehende Schreie. Zu sehen ist eine an Darmkrebs erkrankte Tnzerin, Anna Halprin. Stehend vor einer Wand spricht scheinbar der Wahnsinn aus ihr, den man noch von weitem vernehmen kann. Weg von den Narren, hin zu den Heiligen und den Geistern. Mystische Figuren gibt und gab es in vielen Regionen der Welt. Sehenswert sind die angsteinflenden Wesen, wie etwa ein Krampus. Dieser fasziniert durch rote Hrner, seine rote Nase sowie durch eine beraus lange Zunge. Dass diese Zottelfellgestalt aus sterreich stammt, berrascht. Schattenmonster gibt es nicht nur in der Ferne. Dies beweist auch eine Sammlung von Fratzenmasken aus der Schweiz. Mit schrgen Blicken, hohlen Augen und unheimlichem Grinsen halten sie den Betrachter in einem Bann.

Fehlender Kontext

Die Bundeskunsthalle hlt mit etwa 250 Exponaten viele interessante Objekte bereit. Auch wenn bei den meisten eine Erklrung beigefgt ist, fehlt dennoch hufig der Kontext. Masken und Geisterfiguren lassen sich letztlich nur im gelebten Ritual ganz erfahren.


Narren.Knstler.Heilige. Lob der Torheit ist noch bis zum 2. Dezember 2012 zu sehen. Es werden regelmige Gruppenfhrungen und Workshops zu der Ausstellung angeboten. Der Eintritt betrgt 9 Euro bzw. fr Studierende, Schler, Auszubildende und Arbeitssuchende ermigt 6 Euro. Die Bundeskunsthalle ist Dienstags und Mittwochs von 10 bis 21 Uhr und Donnerstag bis Sonntag und an allen Feiertagen von 10 bis 19 Uhr geffnet.

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