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Am 15. Juli hat die Kunst- und Ausstellungshalle nicht eine, sondern gleich drei neue Ausstellungen eröffnet. Bei durchgängig angenehmen 21 Grad Raumtemperatur gibt es eine große Einzelausstellung des Künstlers Thomas Schütte, eine neue Medienkunstausstellung Kölner Studierender und die Architekturentwürfe für das neue Foyer zu sehen. Big Buildings Für alle Neulinge auf dem Gebiet der Modernen Kunst stellt Intendant Dr. Robert Fleck fest: "Thomas Schütte ist einer der wichtigsten Bildhauer der Gegenwart." Die Ausstellung bietet keine Retrospektive, sondern einen roten Faden durch das einzige Charakteristikum Schüttes Kunst – die Vielseitigkeit. Die Objekte stammen aus verschiedenen Phasen seiner bereits dreißigjährigen Schaffenszeit. Die "Big Buildings", die großen Gebäude, stehen im Mittelpunkt und sind in dieser Form ein absolutes Novum. Denn zwei seiner Architekturmodelle sind in Originalgröße (mit einem Gewicht von bis zu fünf Tonnen und einer Höhe von bis zu acht Metern) für die Besucher begehbar gemacht worden. Das "One Man House" bietet Platz für einen alleinstehenden Bewohner, das "Ferienhaus für Terroristen" hat transparente Außenwände. Thomas Schütte war beim gesamten Aufbau in der Bundeskunsthalle anwesend. Er konnte selber über die Anordnung der Objekte entscheiden, wobei er dem Dialog mit dem Raum zentrale Bedeutung beimaß. Auch auf dieser Ebene ist die Experimentalität und Ironie seiner Kunst erfahrbar. So steht das "Ferienhaus für Terroristen" direkt neben der Statue von "Vaterstaat". Immer wieder ließ der Künstler seine politischen Ansichten einfließen. Dadurch nimmt die Ausstellung den Besucher mit auf eine Zeitreise durch die Bonner Republik bis zur Gegenwart. Von Adenauer, über den Kalten Krieg bis zum gegenwärtigen "Kreuzzug gegen den Islam". Schütte ist es in den vergangenen drei Jahrzehnten gelungen, klassische Bereiche der bildenden Kunst wieder für die künstlerische Kreativität zurückzuerobern. In den 1960er und 1970er Jahren wurden Engel noch als Folklore und Kitsch abgelehnt. Die Skulptur "Weihnachtsengel" ist eine von vielen Bildhauereien der Ausstellung, die gerade erst frisch aus der Werkstatt des Künstlers gekommen sind. "Kleine Dinge", große Pläne Noch frischer, aber wesentlich kleiner, sind die Werke der aktuellen Ausstellung im Echoraum, die parallel mit dem etablierten Künstler Schütte startete. Und zu guter Letzt lädt die Kunst- und Ausstellungshalle noch in eigener Sache in die erste Etage ein: Das Foyer mit Café, Kasse, Museumsshop und Garderobe soll neugestaltet werden. Einige Architekten haben sich daran versucht, ihre Entwürfe sind nun öffentlich ausgestellt und regen auch die eigene Kreativität an. Wer das "große Gebäude" der Bundeskunsthalle vom Keller bis zum Dach durchwandert hat, kann gleich gegenüber ins Kunstmuseum Bonn. In der derzeitigen Ausstellung "Der Westen leuchtet" präsentiert Thomas Schütte die passende Einrichtung für sein "One Man House". Thomas Schütte Big Buildings – Modelle und Ansichten 15. Juli bis 1. November 2010 Echoraum – Kleine Dinge 15. Juli bis 17. Oktober 2010 Entwürfe zur Neugestaltung des Foyers 15. Juli bis 3. Oktober 2010 Mehr Informationen auf der Museumshomepage.
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