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Man muss ein wenig suchen um der Ausstellung "Die Gärten Kyotos im Wandel der Jahreszeiten" in der Bibliothek der Hochschule Rhein-Sieg gewahr zu werden. Doch sie sind tatsächlich da: Schlichtgerahmte Fotografien zwischen lernenden Studenten an Gruppenarbeitstischen und etlichen Bücherregalen.

Die Bilder von Mizuno Katsuhiko geben ohne großes Tamtam die wunderbare Ästhetik der mühevoll angelegten Gärten Kyotos wieder. Ob mit Schnee bedeckt, in sanft einfallendem Frühlingssonnenlicht oder bei Nacht, erhellt durch wohlpositionierte Scheinwerfer: Die Ausschnitte der beeindruckenden Anlagen der japanischen Stadt werden in ihren Rahmen zu verbildlichter Ruhe und sichtbarer Harmonie. Steinkonstrukte, Rasenanlagen, Teiche, Brücken und Kies. So unterschiedlich die Elemente der einzelnen Gärten auch sein mögen, in zwei Merkmalen sind sie sich doch ähnlich: Symmetrie und Struktur. Stets sind sie wohldurchdacht angelegt, stets wetteifern akkurat gehakte Kieswege mit perfekt geschnittenem Buschwerk um die Bewunderung des Betrachters.

Die satten Farben, die Vielfalt an Form und Struktur lässt das Spiel zwischen wilder Natur und künstlicher Ordnung aufleben, versöhnt beide Elemente und zeigt in ihrer Gegenseitigkeit das wunderschöne Miteinander. Besonders Bilder, die aus Tempeln heraus aufgenommen wurden und so die außenstehenden Wälder in einen vom Menschen geschaffenen Rahmen einbetten, verdeutlichen diese Vereinigung. Herabgefallenes Laub ist kein störender Unrat, sondern wird als natürliche, farbliche Akzentuierung des Gartens automatisch in seine Gestaltung eingebettet. Spiegelbilder auf Wasseroberflächen komplettieren diese Vereinigung von Schein, Kunst und Natur.

Die Bilder von Mizuno Katsuhiko kommen aufgrund der durch die strahlenden Sonne verursachten Spiegelungen und das Bemühen, lernende Hochschulangehörige nicht zu stören, nur bedingt zur Geltung. Aber sie sind durchaus der Mühe wert, sich nach Sankt Augustin zu begeben. Sie wecken nicht nur Fernweh, sondern auch eine Art von Nostalgie. Sie erinnern an die fantastischen Gärten und Landschaften, die man sich als Kind vorgestellt haben mag und vermutlich nur allzu gern erforscht hätte.

"Die Gärten Kyotos im Wandel der Jahreszeiten" ist noch bis zum 18. Juni in St. Augustin zu sehen.

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