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Die Ausstellung "Bernd und Hilla Becher: Bergwerke und Hütten – Industrielandschaften" im Josef Albers Museum ist Teil eines Projektes der Ruhr-Kunst-Museen, genannt "Mapping the Region" im Rahmen der Kulturhauptsstadt 2010. Es beschäftigt sich mit einer künstlerischen Herangehensweise an die Erfassung der Ruhr-Region. Im Vordergrund der Ausstellung stehen demnach die Fotografien der für das Ruhrgebiet einflussreichsten Bergwerksmonumente. Sie dokumentiert ein über viele Jahre gewachsenes Interesse der Fotografen an der Architektur und Landschaft des Ruhrgebiets und dem Siegerland. Fabrikhallen, Fördertürme, Gasbehälter, Stahlöfen, aber auch Fachwerkhäuser sind die Gebäude, die das Ehepaar in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und den USA ablichtete. In den über 100 erstmals systematisch erschlossenen Fotografien werden wirtschaftliche und technische Funktionen in den Bereich der Ästhetik gerückt. Die Industriegebäude werden in Einzelbildern im Kontext ihres landschaftlichen oder urbanen Umfelds vorgestellt: Stille Momente einer vergangenen Epoche, die für die Region Ruhr immer noch prägend sind. Diese Ablichtungen sollen eine Kultur vor dem Vergessen bewahren. "Die Architektur der Zechenanlage und ihre enge Einbindung in den städtischen und landschaftlichen Kontext, wie sie diese Fotografien zeigen, lassen das Ruhrgebiet als eine einzigartige Lebens- und Industrieregion deutlich werden. Die Ausstellung trifft so den Kern der gewachsenen Identität dieser Region", sagt Museumsdirektor Heinz Liesbrock. "Wir haben uns diese anonyme Architektur richtig erarbeitet, Objekt für Objekt, bis wir begriffen haben, welche unglaubliche Vielfalt in diesem Sujet steckt" verdeutlichen die Künstler, denn "Anonyme Skulpturen" nennen Bernd und Hilla Becher die stillgelegten Motoren, die früher Arbeitsplätze für hunderte Menschen waren. Dabei soll durch eine möglichst exakte Abbildung der Gebäude nicht nur ihre Funktion sichtbar werden, sondern auch ihr Eigenleben. Diese realistische Form der Darstellung und der danach erwünschte Vergleich der Bauten untereinander erfordert die Ablichtung unter gleichen Bedingungen nämlich "bei gedämpftem Licht oder bei milder Sonne, um das Auftreten starker Schatten zu vermeiden, die ja eine zweite Form schaffen, die wir nicht wollen", so Hilla Becher. Was sie ebenfalls nicht wollten, waren Menschen. Der Mensch ziehe naturgemäß die Blicke auf sich und lenke vom eigentlichen Objekt zu stark ab. Das Lebendige und Vergängliche des menschlichen Wesens wurde aus den Fotografien völlig verbannt und durch die Schwarzweiß-Fotografie die Industriebauten verstärkt für sich archiviert. Die internationalen Unterschiede und Gemeinsamkeiten dieser "Zweckgebäude", wie die Bechers ihre Objekte nennen, werden für den Betrachter durch die architektonischen Sprachen rasch erkennbar, besonders durch die jeweilige Situierung innerhalb des Stadt- oder Naturraumes der Industrieanlagen als Ganze. Bernd Becher wuchs im Siegerland auf. Die unfassbare, faszinierende Architektur der Fabrikhallen, Fördertürme, Gasbehälter und Stahlöfen prägte ihn maßgeblich und ihr wollte er einen künstlerischen Ausdruck geben. Als er mit zeichnerischen Mitteln nicht mehr Schritt halten konnte, da ihm die Anlagen sprichwörtlich vor der Nase abgerissen wurden, begann er die Fotografie für sich zu entdecken. Hilla Becher hatte dagegen bis zu ihrer ersten Ankunft im Ruhrgebiet keine Vorstellung von Ausmaß und Ausdruckskraft der Industrieanlagen, die das Bild der Region bestimmten. Die gebürtige Potsdamerin studierte nach einer vorangegangenen Fotografinnen-Ausbildung an der Düsseldorfer Kunstakademie. Zusammen begannen Sie während des Studiums ihre Faszination für die Industrie-Architektur in eine künstlerisch-dokumentarische Form zu bringen. Beider Interesse aus den völlig gegensätzlichen Ursachen machte aus der Arbeit der Bechers ein Meisterwerk. Das Künstlerehepaar ist mit seinen Werken in den führenden europäischen und amerikanischen Museen vertreten. Im Juni 2007 starb Bernd Becher im Alter von 75 Jahren. Bei der Art Cologne dieses Jahr ist die "Steinbrecher-Serie" von Bernd und Hilla Becher im Bereich Fotografie mit dem höchsten Verkaufswert von 90 000 Euro angesetzt. Die Ausstellung läuft bereits seit dem 7. Februar und ist nur noch bis zum 2. Mai geöffnet. Ein Besuch lohnt sich. Ende März wurde der 10.000 Besucher in Bottrop begrüßt. Öffnungszeiten Dienstag bis Samstag: 11 – 17 Uhr Sonn- und Feiertage: 10 – 17 Uhr Montag geschlossen. Eintrittspreis Der Eintrittspreis für die aktuelle Wechselausstellung beträgt 6 Euro / ermäßigt 4 Euro. www.quadrat-bottrop.de
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