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Die schönsten Frauen kommen ja bekanntlich aus dem Rheinland. Davon ist zumindest der Rheinländer fest überzeugt. Da wundert es nicht, dass das Rheinische Landesmuseum einer sehr besonderen Dame gleich eine ganze Ausstellung widmet. Verteilt über die erste und zweite Etage des Museums zeigt Kurator Professor Robert Suckale die Muttergottes, wie sie in der Kunst des Rheinlandes um 1400 dargestellt wird. 1400, das ist der Zeitpunkt, an dem das Marienbild in Europa das Zentrale Thema in der Kunst bildet und gleichzeitig einige der beeindruckendsten Werke entstanden. Maria in der Kunst Die eigentliche Verehrung Mariens geht zurück bis ins 5. Jahrhundert. Genauer gesagt begann sie mit dem Konzil von Ephesus im Jahre 431. Dort wurde Maria von der Kirche offiziell als Gottesgebärerin anerkannt, was ihre Anbetung für die Gläubigen seitens der Kirche erlaubte und rechtfertigte. Es entstand fortan eine unendliche Fülle an Mariendarstellungen – hauptsächlich allerdings in der Bildkunst. Diese Tatsache ist der ablehnend feindlichen Einstellung des Christentums gegenüber der dreidimensionalen Statue im ersten Jahrtausend zuzuschreiben. Die Skulptur als solche erinnerte zu sehr an antike Götterbilder und deren Anbetung. Diese Einstellung änderte sich jedoch im Laufe der Zeit, so dass einhergehend mit der Verbreitung und Entfaltung der Steinskulptur während des 11.-13. Jahrhunderts auch die Anfertigung figürlicher Madonnen stark zunahm. Eine besondere Ausstellung Was aktuell im Landesmuseum zu bewundern ist, das sind die Werke der Bildhauer am Rhein, die, inspiriert durch die westliche sowie böhmische Hofkunst, ein völlig neues Schönheitsideal Mariens schufen. Über 60 erhaltene Werke spiegelt die enorme Qualität und Vielfalt der im Rheinland entstandenen Statuen wider. Von der schlichten kleinen Holzskulptur für die Hausanbetung über große goldverzierte Statuen, einer puppenähnlichen Prozessionsfigur im Glaskasten und der Darstellung der sitzenden Maria, die den Leichnam Jesu im Schoß hält, der sogenannten Pietá, finden sich die verschiedensten Madonnendarstellungen. Dank zahlreicher Leihgaben, u.a. aus dem Metropolitain Museum New York, entsteht so ein gelungener Gesamteindruck der damaligen Marienverherung und ihrer Verewigung in der Kunst des Rheinlands. Schade ist, dass das wohl berühmteste und bemerkenswerteste Werk, die „Pietá Röttgen“, relativ unscheinbar in eine Ecke gedrängt wurde, in der sie fast übersehen werden kann. Unterm Strich wird diese Ausstellung Kunsthistorikern und besonderes an christlicher Kunst Interessierten gut gefallen. Es ist ein spezielles Thema, das nicht jeden gleichsam begeistert und vielleicht den ein oder anderen Gelegenheitsmuseumsgänger abschreckt. Dennoch: die bisherigen Besucherzahlen sorgten für eine Verlängerung der Schönen Madonnen am Rhein, denen nun nicht wie geplant bis zum 24. April, sondern einen ganzen Monat länger ein Besuch abgestattet werden kann. Mehr Informationen.
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