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Liebe, Herzschmerz und Exotik, untermalt von ergreifender Musik: Das sind die Zutaten, die
Giacomo Puccini für seine 1904 uraufgeführte Oper "Madama Butterfly" zusammenmischte.
Im November 2008 feierte das Stück in der Inszenierung von Patrick Kinmonth an der Kölner Oper Premiere, am Sonntag, 11. April, wurde es wieder ins Programm aufgenommen.

Schauplatz der Handlung ist die japanische Stadt Nagasaki. Dort trifft im ersten Akt die 15-
jährige Geisha Cio-Cio-San, genannt Butterfly (Ermonela Jaho), auf den US-amerikanischen
Marineoffizier Benjamin Franklin Pinkerton (Héctor Sandoval), der gerade Landurlaub hat.
Er will Butterfly heiraten. Für Butterfly ist es Liebe, für Pinkerton jedoch nur Zeitvertreib. Eine richtige Hochzeit will er nur mit einer echten Amerikanerin feiern.

Konsul Sharpless (Bruno Caproni) warnt Pinkerton: Butterfly nehme die Heirat sehr ernst. Er behält Recht, Butterfly konvertiert ohne Wissen ihrer Familie zum Christentum. Mit der neuen Religion will sie auch ein neues Leben beginnen. Als ihr Onkel Bonzo (Wilfried Staber) davon erfährt, stößt er sie aus der Familie aus. Butterfly weint bitterlich, vertraut jedoch auf ein Leben mit Pinkerton.

Mit Beginn des zweiten Akts sind drei Jahre vergangen. Pinkerton ist fort, doch Butterfly verteidigt gegen alle Spötter vehement ihre Hoffnung auf seine Wiederkehr. Da besucht Sharpless Butterfly. Er hat einen Brief von Pinkerton erhalten und soll ihr die schmerzliche Wahrheit beibringen: Der Marineoffizier hat mittlerweile eine Amerikanerin geheiratet.

Auf Sharpless’ zaghafte Frage, was sie tun würde, sollte Pinkerton nicht zurückkommen, antwortet sie: "Ich würde in meinen alten Beruf zurückgehen, oder besser noch- sterben." Sie zeigt dem erstaunten Konsul ihren kleinen Sohn, der erst nach Pinkertons Abreise geboren wurde. Der Konsul verspricht, den Offizier über die Existenz seines Sohnes zu informieren.

Als im Hafen Pinkertons Schiff einläuft, ist Butterfly außer sich vor Freude. Sie schmückt das
Haus mit Blumen und putzt sich selbst heraus. Doch die Ankunft verzögert sich und sie geht mit ihrem Sohn zu Bett.

Im dritten Akt suchen Pinkerton und Shaprless nach Butterflys Begleiterin Suzuki (Katrin Wundsam im Rollendebüt). Sie soll Butterfly überreden, ihnen den Sohn zum Wohl des Kindes mitzugeben. Suzuki will alleine mit Butterfly reden. Als diese aufwacht, sieht sie eine fremde Frau im Garten und realisiert, dass es Pinkertons neue Ehefrau ist. Am Boden zerstört willigt sie ein, ihren Sohn herzugeben, wenn Pinkerton ihn persönlich abholt. Es kommt zum dramatischen Höhepunkt…

Für ihren klaren, ausdrucksstarken Gesang und ihre inbrünstige Verkörperung der Butterfly
bedankte sich das Publikum mit tosendem Applaus und stehenden Ovationen bei Ermonela
Jaho. Die in Albanien geborene Sopranistin begann ihre Karriere in Italien, es folgten weitere
Auftritte unter anderem in Irland, Deutschland, Frankreich, der Schweiz, den USA und Finnland. Als "Butterfly" trat sie mit großem Erfolg erstmals im Oktober 2009 in Philadelphia auf.

Gewöhnungsbedürftig war das Kostüm Jahos. Zwar unterstrich das rosafarbene Kleid mit
passender Schleife Butterflys Zartheit und Anmut. Irritierend war jedoch die knallblonde Perücke à la Marilyn Monroe, die so gar nicht zu einer Japanerin passen wollte. Erst nachdem sie realisiert hat, dass ihr Traum von einem Leben als Amerikanerin geplatzt ist und die Perücke abnimmt (worunter sich lange schwarze Haare verbargen), wurde klar, dass sie sich damit diesem Traum äußerlich anzunähern suchte.

Auch weder der aus Mexiko stammende Héctor Sandoval als Pinkerton, noch die gebürtige
Kolumbianerin Adriana Bastidas Gamboa als dessen Ehefrau Kate, entsprachen dem
klischeehaften Typ eines US-Amerikaners bzw. einer US-Amerikanerin. Ob – und wenn ja,
warum – an dieser Stelle eine stereotypenhafte Darstellung bewusst durchbrochen wurde, ist
unklar.

Bejubelt wurde auch Bruno Caproni, der kurzfristig die Rolle des Sharpless für Miljenko
Turk übernommen hatte, der aufgrund einer Erkrankung ausfiel. Das ehemalige Ensemblemitglied Caproni hat diesen Part des Konsul Sharpless bereits häufig gegeben.

Beeindruckend waren neben musikalischer und schauspielerischer Leistung der Darsteller,
vor allem Bühnenbild und Licht. Die Gegensätze zwischen dem Haus als riesigem
Holzrahmen und dem Garten, der scheinbar im Horizont verschwindet, unterstützten in ihrer einfachen Klarheit Musik und Spiel ebenso wirkungsvoll wie die Licht- und Schatteneffekte sowie diverse Farbkontraste.


Weitere Vorstellungen: 18., 22. April, 15., 30. Mai, 20. Juni, 3. Juli.

Mehr Informationen zum Stück: http://www.operkoeln.com/programm/41289/

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