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"Only Tonight: Songs for Drella, ein musikalischer Nachruf auf Mr. Andy Warhol." schon mit der Begrüßung wurde die Richtung des Abends vorgegeben: das berühmte Konzeptalbum „Songs for Drella“ zu Ehren von Andy Warhol von Lou Reed und John Cale auf die Bretter von Bonns Theater zu holen. Am Mittwoch, 14. April 2010, fand in der Halle Beuel die Premiere der musikalischen Zugabe zu „To All Tomorrows Parties“ statt. "Songs for Drella" ist ein Konzeptalbum, das Lou Reed und John Cale 1989 in Angedenken an Andy Warhol und die Zeit in seiner New Yorker "Factory" herausbrachten. Schon bei Warhols Produktion "The Velvet Underground", die Ende der 60er Jahre im Underground große Erfolge feierten, hatten die beiden Musiker zusammengearbeitet, nach Streitigkeiten und dem Aus der Band sich jedoch ihren mehr oder minder erfolgreichen Soloprojekten gewidmet. Die Hommage an ihren einstigen Produzenten war das erste Wiedersehen. Minimalwerk… In der stimmigen Atmosphäre einer spärlichen Kulisse, die an übliche Unplugged-Sessions erinnert, präsentierten sich Arne Lenk und Hendrik Richter als ideale Doubles von Lou Reed und John Cale. Und dabei wussten sie nicht nur das Outfit originalgetreu zu kopieren, sondern überraschen vor allem mit ihren kratzigen, dunklen Stimmen, die denen der Originale erstaunlich nahe kommen. Die beiden Musiker Marcus Schinkel am Keyboard und Peter Engelhardt an der Gitarre machen die Inszenierung schließlich perfekt. Wer Reed und Cale kennt, oder sich zumindest noch an The Velvet Underground erinnert, weiß, dass bei diesen Künstlern musikalische Spärlichkeit vorherrschte, die einzig und allein von einer gewissen "Schrägheit" durchbrochen wurde- eben ganz im Sinne Warhols, der Kunst gerne auf das Wesentliche reduzierte. Diesem Stil sind sie treu geblieben: die Instrumente dienen lediglich als Untermalung, großartige Kompositionen sucht man vergeblich. Der Fokus liegt auf den Texten, die in genialer Konzeption das Leben Warhols skizzieren. In Monologen, in Form eines Ich-Erzählers sowie in fiktiven Gesprächen, die Reed und Cale an den Meister der Pop-Art richten, lassen sie sein gesamtes Leben Revue passieren. Vom Aufwachsen in der "Small Town" über seine Glanzzeiten im "Starlight" bis hin zu seinem letzten "Dream". Alle Facetten des Künstlers, wie etwa sein "Work"-wahn, wurden in Songs gepackt, und selbst Freunden ("It wasn’t me") oder Feinde wie der Attentäterin Valerie Solano ("I believe") wurde ein Andenken gesetzt. …mit Maximalwirkung Lenk, Richter und die Musiker Schinkel und Engelhardt wissen dies genau so umsetzen wie es dem Thema angemessen ist. Mit Respekt und viel Gefühl schlüpft Lenk in die Rolle von Lou Reed und lässt ihn so wieder lebendig werden. Richter gibt auf ebenso respektvolle, gewohnt lässige Art den Keyboarder Cale. In lockerer Künstlermanie führen die beiden durch den Abend und sorgen dabei mit kleineren Kaspereien immer wieder für Lacher. Visuelle Unterstützung erhält der Liederzyklus durch eine Videoinstallation von Leiter Michael Barfuß und Lars Figge. Auf die im Hintergrund platzierte Großleinwand werden konstant Videocollagen projiziert, stets passend zum Song und jede für sich eine künstlerische Meisterleistung, die in ihrer Aufmachung eindeutig Orientierung an Warhol fand. Arbeiten wie das "Andy Warhol eats a hamburger" – Projekt, das ihn selbst beim Verspeisen eines Hamburgers filmte, erinnern unmittelbar an die große Künstler-Legende und seine minimalistischen Massenproduktionen. Aus diesem Zusammenspiel von stimmiger musikalischer Hommage und visueller Retrospektive entsteht schließlich ein Sog, dem sich das Publikum nicht entziehen kann. Vor allem die grandiose Bühnenshow begeisterte, der Ruf nach einer Zugabe sprach für sich. Die vier Akteure zeigten sich willig, gaben noch einmal das amüsante Country-Stück "Nobody but you" (mit entsprechenden Cowboyhüten natürlich)- und Lenk versetzte der Gitarre von Engelhardt beim überschwänglichen Abschlusssprung letztlich noch ungewollt einen Tritt. So verließ man die Halle Beuel mit einem lachenden und einem betrübten Auge. Betrübt auch wegen Warhols viel zu frühem Tod, doch vor allem aufgrund des viel zu frühen Endes des Stückes! Die nächsten Vorstellungen finden am 24. April, sowie am 12. und 20. Mai, jeweils um 19:30 Uhr in der Halle Beuel statt. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Kartenbestellung gibt es auf der Homepage des Theater Bonn.
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