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 Mönche in Aktion
Bühne: Kung Fu und Tanz – passt das zusammen? Wer das von Kritikern hochgelobte Stück Sutra gesehen hat, weiß: Ja, und wie!
Campus-web war bei der Kölner Premiere im Opernhaus dabei.
Ein schlichter, weißer Bühnenraum. Links im Schneidersitz ein Mann, der die Figuren eines Brettspiels zu bewegen scheint. Weiter hinten betritt ein chinesischer Mönch in grauer Kutte die Bühne. In seinen Händen hält er ein langes silbernes Schwert, das er mit fließenden Bewegungen vor sich herschwingt. Tänzelnd bewegt er sich von einer Seite zur anderen, mehr...
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 Und sie wollen immer nur f...
Bühne: Premiere von "Koxkox und Kikequetzel" in der "Pathologie" Einst geriet die Erde unter den Einfluß eines Kometen. Als Folge davon gab es Überschwemmungen, die im alten Mexiko die Bevölkerung stark dezimierte. Zu den Überlebenden zählt Koxkox, ein junger Mann, mutmaßlich der letzte seines Volkes. Koxkox verbringt Jahre mit einem Papageien, bevor er eines Tages im Wald ein Mädchen findet. Und da er niemals zuvor eines gesehen hat, ist er dementsprechend beeindruckt. Es kommt, wie es kommen muß: die beiden ver- und lieben sich. Er nennt sie Kikequetzel. Ve mehr...
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 All the world‘s a TV set
Bühne: "Man of the Moment", die Sommerproduktion der Bonn University Shakespeare Company 1988 wurde es geschrieben, aber eigentlich rennt Alan Ayckbournes Stück "Man of the Moment" gerade im Jahr 2010 offene Türen ein: Der Zuschauer blickt hinter die Kulissen einer Fernseh-Dokumentation, die trotz aller guten Vorsätze sehr frei mit der Wahrheit umgeht. Solche Sendungen gibt es heute wie Sand am Meer, und da scheint es doch sehr offensichtlich, sich dem Thema zu widmen. Die Bonn University Shakespeare Company (BUSC) versucht mit ihrer aktuellen Inszenierung jedoch keinen krampfhaften mehr...
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 Wenn die Revoluzzer Zahnspange tragen…
Bühne: Gob Squad mit "Revolution now!" am 30. Juni in Köln "Ich will die Revolution, aber ich habe keine Ahnung, was ich tun soll." Simon, Mitglied der Theatergruppe Gob Squad, forderte am Mittwoch im Schauspiel Köln die große und gesamte Revolution. Zusammengekommen sind hier 500 Zuschauer und die 5 Schauspieler der deutsch-englischen Gruppe Gob Squad. Das Ziel ist Veränderung!
Die Revolution wollen sie. Das ist klar. Aber wie genau läuft so etwas eigentlich? Von den Darstellern scheint das wirklich niemand zu wissen. Aber sie versuchen es trotzdem mehr...
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 Nonstop Nonsens
Bühne: „Kaspar“, die letzte Premiere der Spielzeit im Theater Bonn, am 2. Juni Was muss das für eine Zeit gewesen sein, als das Theater noch provozieren konnte. Peter Handke gelang 1966 mit seinem Stück „Publikumsbeschimpfung“ ein großer Wurf; die imaginäre Wand zwischen Zuschauersaal und Bühne wurde so stark beschädigt wie selten zuvor. Statt einlullender Szenen und wohl platzierter Botschaften wird das Publikum direkt angesprochen, direkt in die Inszenierung einbezogen. Dem „klassischen“ Zuschauer ging das natürlich ziemlich gegen den Strich.
Auch Handkes „Kaspar“ aus mehr...
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 Wer die Heimat liebt wie Du...
Bühne: Scene Ungarn: "Bündelball" am 20. Mai in der Brotfabrik Bonn
Von April bis Juli 2010 findet in vierzehn nordrhein-westfälischen Städten das Kulturfestival Scene Ungarn in NRW statt. 109 Künstler und Kompanien aus den Bereichen Musik, Theater, Tanz, Literatur, Film, Kunst und Dialog geben Einblicke in die zeitgenössische ungarische Kulturszene.
Csongor ist ein junger Lebenskünstler. Er stammt aus einer donauschwäbischen Familie, die nach dem Zweiten Weltkrieg deportiert wurde. Jet mehr...
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 Episches Theater meets Commedia dell‘arte
Bühne: "Leben des Galilei" kombiniert Brecht’sche Verfremdungseffekte mit venezianischen Masken Das Brecht’sche Werk über das "Leben des Galilei" ist eines der bedeutendsten deutschen Literaturwerke der jüngeren Vergangenheit. Dass man seinen Faible für Verfremdungseffekte dabei auch sehr gelungen mit venezianischen Masken kombinieren kann, beweist nun das Horizont Theater in Köln, dessen Inszenierung des Stückes am Mittwoch, 5. Mai 2010, Premiere feierte.
Das Leben des Galilei
Das Ende steht ganz am Anfang: Nicopolous‘ Inszenierung beginnt mit den letzten Lebensjahren Galile mehr...
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 Es zieht eine Wolke auf…
Bühne: Scene Ungarn: Space machten mit "The Cloud" Endenich unsicher
Von April bis Juli 2010 findet in vierzehn nordrhein-westfälischen Städten das Kulturfestival Scene Ungarn in NRW statt. 109 Künstler und Kompanien aus den Bereichen Musik, Theater, Tanz, Literatur, Film, Kunst und Dialog geben Einblicke in die zeitgenössische ungarische Kulturszene.
Wir schreiben das Jahr 2060. Vor exakt 50 Jahren, am 26. April 2010, begann der Anfang vom Ende. Genau hier, mitten in Bonn. Hier, unmit mehr...
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 Die ganze Welt dreht sich nur um uns
Bühne: Berliner Kabarett-Duo "Die Egoisten" besuchte die Pauke "Für Sie heute Abend: Die Egoisten aus Berlin, aus Berlin – die Egoisten" In bester V.I.P.-Manier dröhnte die großspurige Ansage aus den Lautsprecherboxen im kleinen Bühnenraum der Pauke. An Großmut mangelte es also offensichtlich nicht. Das Kabarettduo „Die Egoisten“ beehrte am Freitag, 23. April, die Bonner Pauke und versuchte dem selbstgesetzten, hohen Anspruch gerecht zu werden.
Ein Grieche, Dimitrios, am Keyboard und Wolf, der deutsche Sänger. Klar, dass da nationale Differenzen bestehe mehr...
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 Marmor, Stein und Liebe bricht
Bühne: "In Marmor" in den Kammerspielen Zwei Freunde unterhalten sich bei einem Feierabendbrandy plus Zigarre. Die beiden kennen sich schon lange, sie arbeiten zusammen, es wird gescherzt. Art ist verheiratet mit Anne, und Ben mit Catherine. Zwei Paare um die vierzig des gehobenen Mittelstandes. Die beiden Herren verdienen in schicken Anzügen das Geld, während sich die Frauen zu Hause um die Kinder kümmern und bei einem Glas Rotwein auf ihre Ehemänner warten.
Alles ist wie immer. Das heißt, fast. Denn an diesem Abend erzählt Art e mehr...
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 Kasper, die Mörderpuppe
Bühne: Scene Ungarn: "Macbeth für Anfänger" in der Brotfabrik Bonn
Von April bis Juli 2010 findet in vierzehn nordrhein-westfälischen Städten das Kulturfestival Scene Ungarn in NRW statt. 109 Künstler und Kompanien aus den Bereichen Musik, Theater, Tanz, Literatur, Film, Kunst und Dialog geben Einblicke in die zeitgenössische ungarische Kulturszene.
Ein klassisches Kasper-Stück am 23. April im Theater in der Brotfarbik: "Die gestohlene Geburtstagstorte". Natürlich mit Kasper, der Großmutte mehr...
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 Wir werden die Welt verändern!
Bühne: Theater Die Raben zeigt den Mensch Rosa Luxemburg Wer war Rosa Luxemburg? Als kompromisslose Verfechterin des Sozialismus ging sie in die Lehrbücher ein, kaum jemand sonst kämpfte derart verbissen für die „Große Idee sozialer Gerechtigkeit für die Gemeinschaft“. Doch daneben gab es noch eine andere Seite: die Humanistin Luxemburg. Eine Frau, die auch den Blick für das kleine Glück eines jeden Menschen nicht verlor. Die ihren menschlichen und zeitweilig sogar sensiblen Charakter zwar gekonnt unterdrückte- ihn aber niemals ganz vergaß. Genau dies mehr...
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 Verwandlungsfähig wie ein Chamäleon
Bühne: Der Kabarettist Thilo Seibel imitiert im Kölner Stollwerck Politiker Thilo Seibel ist zwar in München geboren, er lebt aber seit 1990 in Köln und das Stollwerck ist seine Lieblingsbühne. Die Vorstellung seines Programms "Hurra! Hurra! Das Öl ist aus!" am 16. April war also eine Herzensangelegenheit, die er sauber über die Bühne brachte.
Dazu trug das Stollwerck mit Sicherheit seinen Teil bei. Schließlich kann man diesem Theater ein besonders gemütliches Ambiente nicht absprechen. Runde Tischchen in der ersten Reihe verbreiten eine familiäre Stimmung, in der e mehr...
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 Polit-Kabarett mit Herrn Westerwelle
Bühne: Die Hengstmann Brüder im Bürgerhaus Stollwerck "Ahh!" Der junge Mann auf der Bühne fasst sich erneut an den Kopf. Mit schmerzverzerrtem Gesicht schaut er seinem Peiniger in die Augen. Dieser entschuldigt sich beim Publikum, es tue ihm leid, doch sein kleiner Bruder könne diesen Namen nicht mehr hören. Es bereite ihm Schmerzen, wenn man ihn ausspricht. Es sei einfach zu viel, seit Guido Westerwelle Außenminister und Vizekanzler sei. "Ahh!"
Diese seltene "Guido-Phobie" ist Teil des Polit-Kabaretts "gegen()SÄTZE" der Hengstmann Brüder. Seba mehr...
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 Von Liebe und Leiden
Bühne: Wiederaufnahme von "Madama Butterfly" in der Oper Köln Liebe, Herzschmerz und Exotik, untermalt von ergreifender Musik: Das sind die Zutaten, die
Giacomo Puccini für seine 1904 uraufgeführte Oper "Madama Butterfly" zusammenmischte.
Im November 2008 feierte das Stück in der Inszenierung von Patrick Kinmonth an der Kölner Oper Premiere, am Sonntag, 11. April, wurde es wieder ins Programm aufgenommen.
Schauplatz der Handlung ist die japanische Stadt Nagasaki. Dort trifft im ersten Akt die 15-
jährige Geisha Cio-Cio-San, genannt Butterfly (Ermone mehr...
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 I have the style it takes
Bühne: Eine musikalische Hommage an Andy Warhol "Only Tonight: Songs for Drella, ein musikalischer Nachruf auf Mr. Andy Warhol." schon mit der Begrüßung wurde die Richtung des Abends vorgegeben: das berühmte Konzeptalbum „Songs for Drella“ zu Ehren von Andy Warhol von Lou Reed und John Cale auf die Bretter von Bonns Theater zu holen. Am Mittwoch, 14. April 2010, fand in der Halle Beuel die Premiere der musikalischen Zugabe zu „To All Tomorrows Parties“ statt.
"Songs fo mehr...
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 Das hat Rrrasss, macht mir Spasss…
Bühne: Die Witwe trieb zum vorerst letzten Mal ihr buntes Spiel in der Kammeroper Köln "Die Lustige Witwe" gehört wohl unumstritten zu den beliebtesten Operetten der Musikgeschichte. Kein Werk wurde und wird so oft auf die Bühne gebracht wie Franz Lehárs Meisterstück, es machte die Wiener Operette Anfang des 20. Jahrhunderts wieder salonfähig und begeisterte die Menschen rund um den Globus. Auch die Inszenierung der Kammeroper Köln feierte in der Spielzeit 2009/10 großen Erfolg; am Sonntag, 11. April, fand nun die vorerst letzte Aufführung statt.
Zur Zeit der Uraufführung 1906 mehr...
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 "Wie kommt das, dass das alles so durcheinander läuft?"
Bühne: "Vergissmeinnicht" am 9. April im Theater im Ballsaal Bonn Noch liegt die Welt in Dunkelheit. Wassergeräusche erklingen; eine Frau putzt den Boden. Und gerade so, als würde sie das Bewusstsein freilegen, wird es langsam heller. Zuerst nur das kleine Licht einer Taschenlampe, mit der ein Mann seine Umgebung in Bruchstücken erkundet. Er wirkt lustlos, desinteressiert. Die Welt, die er wahrnimmt, scheint ihm nicht viel zu geben. Sobald es heller wird, sieht man nicht mehr als einen schräg durch den Raum gezeichneten Gang und ein paar Stühle; einer von dies mehr...
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 Die Puppe tanzt und schreit
Bühne: Wiederaufnahme von "Nora" am Theater Bonn "Zur Unauflöslichkeit einer Verbindung ist das beliebige Zusammentreten zweier Personen nicht hinreichend; ein Theil musste dem andern unterworfen und (…), um ihn beherrschen oder regieren zu können." Kants Auffassung von Liebesbeziehungen erwies sich gerade im Hinblick auf die Frauengeschichte leider oftmals als wahr. Henrik Ibsen thematisierte diese Art der Herrschaft schon 1879 in seinem Meisterwerk "Nora". Dass die Thematik aktueller denn je ist, beweist die Inszenierung von Klaus Weise am T mehr...
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 Theatergemeinde ist besorgt
Stellungnahme der Theatergemeinde Bonn wegen geplanter Einsparungen im Kulturhaushalt Der Vorstand der Theatergemeinde BONN e. V., mit ca. 9.000 Mitgliedern eine der bundesweit größten gemeinnützigen Besucherorganisationen und der größte Bonner Kulturverein, beobachtet mit Sorge, dass die kulturpolitische Diskussion in Bonn dominiert wird von den Auseinandersetzungen um das geplante Beethoven-Festspielhaus. Er begrüßt ausdrücklich die Bemühungen der Stadtverwaltung, offene Fragen zur Finanzierung und Rentabilität des Projekts zu klären.
„Wir halten es für unwahrscheinlich, d mehr...
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 Lovecats – What a feeling II
Bühne: Liebe, Humor und Rock´n Roll Was passiert mit einer Band, die eine neue attraktive Sängerin engagiert? Besteht die Band aus Freunden und einem Pärchen, ist das Chaos vorprogrammiert.
Die Story
Die Love Cats sind wieder zurück. Und das erfolgreicher als je zuvor. Ihre Konzerte werden umjubelt und es winkt ein TV-Vertrag für die Abendshow von Harald Raab. Und da passiert es: plötzlich verschwindet Sängerin Marion während eine Konzerts spurlos. Doch es wird nicht lang gejammert, sondern eine neue Sängerin gesucht. mehr...
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 Ein Stück aus der Kulturhauptstadt
Serie: "Unter Tage" von Adnan G. Köse im Arkadas Theater Köln Eine Steinkohlezeche, kurz vor der Schließung. Draußen tobt der Streik, drinnen sitzen die Kumpel Kemal und Ritchie und warten auf Thomas, Ritchies Bruder. Der erscheint, schleppt einen angeschossenen Unternehmensberater mit sich, fuchtelt wild mit der Waffe. Die Zeche ist sein Leben, er verteidigt seinen Arbeitsplatz mit allen Mitteln.
In den mitunter rüden und aggressiven Auseinandersetzungen wird schnell klar, daß auch sein Bruder und Kemal ihn nicht davon abbringen können, seine "Verschw mehr...
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 Rustikal und radikal
Bühne: "Das Mädchen" als experimentelles Theater in der Halle Beuel Ein Experiment. Ein Theaterstück, das sich ausschließlich auf die Handlung und den Text fokussieren soll. Der amerikanische Regisseur Richard Maxwell ist bekannt für seinen eigenwilligen Stil. Auch in seinem neuen Auftragswerk für das Theater Bonn mit dem vieldeutigen Titel "Das Mädchen" beweist er eindrucksvoll, dass er von Theater im klassischen Sinne nichts hält. Am Samstag, 13. März 2010, fand die Premiere statt.
Maxwell ist in der Bonner Kulturszene längst kein Unbekannter mehr: bereits mehr...
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 Mit Mutter und Mucke die Zeit totschlagen
Bühne: "Fleisch ist mein Gemüse" im Theater der Keller Heinz gibt mehrmals ein lautes und erschöpft klingendes Stöhnen von sich. Die zum Lachen komische Leidensgeschichte von Heinz Strunk beginnt sanft, doch der erste Eindruck trügt. Schrill und laut erweckt Regisseurin Iwona Jena den autobiographisch angehauchten Romanstoff im Theater der Keller zum Leben. Ihr Ruf der grotesken Inszenierungen eilt ihr voraus – und dem macht sie in Zusammenarbeit mit Schauspielern der Wuppertaler Bühne und Schülern des Theaters der Keller auch diesmal wieder alle Eh mehr...
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 Selbstmord – die Krone der Masturbation
Bühne: Heiner Müllers "Quartett" im Euro Theater Central Die Marquise de Merteuil trifft auf ihren ehemaligen Liebhaber, den Vicomte de Valmont. Beide sind gealtert. Die Zeiten, in denen sie um die Wette Liebesaffairen sammelten, den guten Ruf tugendhafter Ehefrauen zerstörten und Intrigen sponnen, sind vorbei.
Im Bewußtsein um den eigenen Verfall ist die körperliche Lust der an zynisch-sadistischen Spielen gewichen, deren unweigerlich letztes sie beginnen.
Der Vicomte will die treue Präsidentengattin Madame de Tourvel zu Fall bringen. Die Marqui mehr...
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 Das schönste Gedicht…
Bühne: Mascha Kalèko – Abend im Theater der Keller in Köln Man bezeichnet sie unter anderem auch als den weiblichen Erich Kästner: Mascha Kalèko. Sie war eine der begnadetsten Dichterinnen des 20. Jahrhunderts, berühmt für ihre einfachen, direkten Verse, in denen sie wie kaum ein anderer die "Berliner Schnauze" mit der Melancholie des östlichen Judentums zu verbinden vermochte. Im Kölner Theater der Keller widmet Judith C. Jakob der Virtuosin nun eine Hommage der besonderen Art.
Ein Galoppritt durch die Stationen ihres turbulenten, rast- und ruhelose mehr...
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 Heavy Metal begeistert auf der Theaterbühne
Bühne: "Mentallica" in der Schlosserei des Kölner Schauspiels Bei modernen Stücken muss man es als Zuschauer oft einfach darauf ankommen lassen. Man geht ins Theater und hofft darauf, dass der Regisseur es mit seinen "Visionen" nicht übertrieben hat, was manchmal leider der Fall ist. Dies darf nicht als ein Apell gegen künstlerischen Mut verstanden werden, doch oft sieht man sich einem Übermut gegenübergestellt, bei dem man mit heruntergeklappter Kinnlade das verworrene Geschehen auf der Bühne zu verfolgen versucht und am Ende froh ist endlich endlassen mehr...
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 Ein Schrei nach Sinn
Bühne: Premiere von Camus' "Der Fremde" im Euro Theater Central Am 4. März feierte Camus' "Der Fremde" im Euro Theater Central Premiere. Eine Inszenierung von Jan Steinbach mit Richard Hucke und Frank Musekamp.
Der Angestellte Meursault führt ein monotones und ambitionsloses Leben. Selbst dem Tod seiner Mutter begegnet er mit Gleichgültigkeit. Kurz nach der Trauerfeier trifft er zufällig seine ehemalige Kollegin Marie. Schon am selben Abend beginnen die beiden eine Affaire, die jedoch oberflächlich bleibt, da Meursault Marie zwar begehrt und sich zu ihr h mehr...
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 Fesselndes Gastspiel
Bühne: "Romeo and Juliet" in Originalsprache in den Kammerspielen Eine seltene Gelegenheit bot sich Theaterfreunden und Shakespeare-Liebhabern am 23. Februar in den Kammerspielen in Bad Godesberg. Sie konnten sich eine Aufführung der wohl bekanntesten Tragödie der Welt in englischer Sprache anschauen: „Romeo and Juliet“, aufgeführt von den Schauspielern der TNT Theatre Britain und The American Drama Group Europe, die in Bonn gastierten. Das Ensemble gab zwei Vorstellungen und tourt seitdem weiter durch Deutschland.
Viele ließen sich dieses besondere Erlebni mehr...
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 Oh je, wie rührt mich dies…
Bühne: Die Kammeroper Köln inszeniert "Einen heiteren Musenkuss" Opern und Operetten liebt man oder man hasst sie. Wer sie hasst, den bezeichnet man gemeinhin als "Banausen", die vom sprichwörtlichen Kuss der Muse noch nicht erreicht wurden. Die Kammeroper Köln will dem nun mit der turbulent inszenierten Gala "Ein heiterer Musenkuss" Abhilfe schaffen. Am Samstag, 6. März 2010, feierte man grandios Premiere.
Allein unter Kulturbanausen
Das hatte Rosalinde Luft sich auch anders vorgestellt: Statt mit ihr in die Oper zu gehen, geht ihr feiner Herr G mehr...
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 Geh mer Tauben vergiften!
Bühne: Silberzahn & Bubalo entführen in süße Welt einer Träumerin Ja, ja, die Liebe. Allgegenwärtig und gleichzeitig bedroht. Gerade in der heutigen Zeit bleibt für den klassischen Romantiker kein Platz. Oder doch? Das Damen-Duo Silberzahn & Bubalo bewies am Freitagabend, 26. Februar 2010, in der Bonner Pauke mit dem Chanson-Theaterstück "…und die Liebe wär‘ noch warm" eindrucksvoll das Gegenteil.
Eine Reise durch die deutsche Lyrik-Landschaft
Anna wartet auf Max, den Einen, den Richtigen. Die "Animierdame", wie sie sich im schönsten Kästner-Deuts mehr...
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 Was nach dem Krieg übrigbleibt
Bühne: Lothar Kittsteins "Haus des Friedens" feiert Premiere in der Werkstatt In dieser Woche wird der Bundestag über ein neues Afghanistan-Mandat abstimmen. Der Einsatz am Hindukusch polarisiert und dominiert derzeit das Mediengeschehen. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis er auch Eingang in die Kulturszene finden würde. Lothar Kittstein hat nun mit "Haus des Friedens" ein Auftragsstück für das Theater Bonn geschaffen, das mit viel Intensität und Feingefühl das Verhältnis der Deutschen zum Krieg beleuchtet. Am Mittwoch, 24. Februar 2010, war Premiere.
Ob es sich mehr...
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 Eine Pfote ist verbrannt
Bühne: „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ feiert Premiere im Theater Bonn Tenessee Williams‘ „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ ist legendär, spätestens seit der Verfilmung mit Elizabeth Taylor und Paul Newman aus dem Jahre 1958 ist das Stück zum Klassiker geworden, denn kaum ein anderes Werk vermag derart scharfsinnig und zynisch die menschlichen Abgründe aufzuzeigen wie das Südstaatendrama um Big Daddy und seine Bagage. Am Freitag, 19. Februar, erlebte es nun seine Premiere am Bonner Theater
Das heiße Blechdach im Zentrum der Aufmerksamkeit
Wie auf de mehr...
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 Leidenschaft, die Leiden schafft
Bühne: „Bonnards Geheimnis“ im Euro Theater Central Ein alter Greis steht nachts im Museum vor einem Gemälde von Pierre Bonnard, in der Hand Palette und Pinsel. Plötzlich holt er aus, setzt an und – verbessert das Bild. Der Nachtwächter kann es nicht fassen, vehement versucht er den Alten von seinem Vorhaben abzuhalten. Der wird wütend, behauptet, es sei sein Bild und er könne damit machen, was er will. Als der Wachmann ihn weiterhin von seinem Tun abhält, zückt er erbost den Ausweis und verlässt die Szenerie, einen verblüfften Wachmann zurücklas mehr...
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 Tod und Liebe, des Künstlers Triebe
Bühne: „La Bohème“ zum vorläufig letzten Mal in der Oper Bonn Ein Atelier in Paris, verarmte Bohemiens, die Liebe und schließlich der Tod – was braucht es mehr, um ein Meisterwerk zu vollbringen? Giacomo Puccini zumindest genügte diese Vorlage, um eine der bedeutendsten italienischen Opern nach Verdis Zeiten zu schaffen. 2007 wurde „La Bohème“ von Dietrich Hilsdorf in der Oper Bonn inszeniert, letztes Jahr wurde sie wiederaufgenommen. Am Sonntag, 31.Januar 2010, fand nun die vorerst letzte Aufführung statt.
Tout pour 1‘amour
Paris, Ende des 19 mehr...
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 "Sei helle, bestell den Katalog von Quelle"
Bühne: „Tausend Wünsche – eine Quelle“ feiert umjubelte Premiere in der Werkstatt Wer erinnert sich nicht an die einprägsamen Werbeslogans des Versandhauses Quelle? Seit dem 5. November 2009 ist das deutsche Traditionsunternehmen insolvent. Mit dem Untergang des Versandhandels verschwand auch eine der populärsten Lektüren aus unserem Alltag – der Quellekatalog.
Zeit, ihm eine eigene Hommage zu widmen. Diese Aufgabe hat das Theater Bonn übernommen und das Stück „Tausend Wünsche – eine Quelle. Oder: Der Pfennig ist die Seele der Milliarde“ inszeniert. Am Samstag, den 30. Ja mehr...
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 Der Mensch hinter der Fassade des Maschinenwerks
Bühne: Tugsal Mogul bringt mit Halbstarke Halbgötter imposantes Theater nach Endenich „Aber wir sollen ja nicht denken, wir sollen funktionieren!“
Dr. Pröll, Funktionsoberarzt der Chirurgie ist entsetzt, wirft seine Hände in die Luft und schleicht wie ein gebrandmarktes Tier um den Operationstisch herum. Seine Kollegen schauen ihn nur mit großen Augen an. Sie wollen ihn beruhigen. Doch das ist schwierig, weil sie sich selbst eingestehen müssen, dass er recht hat.
„Am Anfang war ich ehrgeizig, der 24-Stunden-Dienst hat mir sogar Spaß gemacht. Ich habe meine Kollegen unterhal mehr...
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 Ich habe (k)eine Freundin!
Bühne: „Das Tagebuch der Anne Frank“ als Mono-Oper im Theater Bonn Anne Frank war ein jüdisches Mädchen aus Deutschland, das sich gemeinsam mit ihrer Familie in einem Hinterhaus in Amsterdam vor dem Nazi-Regime verstecken musste. Zur Legende geworden ist sie durch ihr Tagebuch, das sie in dieser Zeit geschrieben hat. Es ging in die Literaturgeschichte ein.
Der russische Komponist Grigorij Samuiloviè Frid verwandelte es ab 1969 in eine Oper, 1972 war die Uraufführung. Seit Mittwoch, 27. Januar 2010, kann man das Werk nun auch im Theater Bonn sehen.
Das mehr...
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 Und alles um der Liebe willen...
Bühne: Premiere von „Cyrano“ im Euro Theater Central Cyrano de Bergerac, französischer Edelmann, begnadeter Dichter und tollkühner Fechter, ist unsterblich verliebt in seine Cousine Roxanne. Doch in seinem Gesicht prangt eine große Nase, deren Gestalt und Wirkung ihm nur allzu bewußt sind.
Damit nicht genug: Roxanne gesteht ihm ihre Liebe – zum Kadetten Christian de Neuvillete, der auch sie liebt. Sie bittet Cyrano, Christian zu schützen, denn der schmierige Oberst Graf de Guiche hat Roxanne zum Objekt seiner Begierd mehr...
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 Sister Act, neu gewandet
Bühne: "Non(n)sens" im Theater der Keller Eigentlich ist das Leben im Kloster für fünf Nonnen aus Hoboken, New Jersey, ein grauer Alltag. Als sie eines Tages durch Glück und ihre Leidenschaft zu Bingo knapp dem Tode entkommen, bietet sich ihnen eine Chance, dem Alltag zu entkommen. Mit einer Benefizshow erfüllen sie sich nicht nur den Traum, auf der Bühne zu stehen, sondern tun etwas Gutes für ihren Orden.
Warum sie das machen und wieso es eine Benefizshow ist, erzählen sie in der zweistündigen Musical-Komödie "Non(n)sens", mehr...
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 Clowneske Groteske
Bühne: „Der Golem“ feiert seine Premiere in der Oper Bonn Schon lange hatten Opernfreunde darauf gewartet, nun war es endlich soweit: Am Sonntag, 24. Januar, fand in der Oper Bonn die Premiere einer Inszenierung statt, die eine Seltenheit in der Opernlandschaft darstellt: „Der Golem“, ein Musikdrama in drei Akten von Eugen d’Albert.
Die Legende vom Golem ist ein uralter Mythos des Judentums, fast so alt wie die Religion selbst. Als Motivvorlage erfreute es sich immer wieder großer Beliebtheit, so auch in diesem Opus. 1926 wurde es uraufgeführt, im mehr...
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 Was ist Wirklichkeit in diesem Spiegelkabinett?
Bühne: Theatergruppe „FULMINANT“ zeigte „Mr. Pilks Irrenhaus“ in der Pauke Absurdes Theater, gespickt mit dem schwarzen Humor der Briten. Ken Campbell, der bekannte britische Schauspieler, Theaterregisseur und Schriftsteller, hat sich mit spitzer Feder an die Ergründung der menschlichen Identität begeben, an der so mancher gelegentlich zweifelt, mancher sogar verzweifelt.
In „Mr. Pilk’s Irrenhaus“ hat er eine Sammlung von Anekdoten zusammengetragen, die verschiedene Ausformungen einer Bewusstseinskrise aufzeigen und Ansätze zur Bewältigung bieten. Am Freitagabend, 2 mehr...
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 Die Hölle – das sind die anderen
Bühne: „Geschlossene Gesellschaft“ von Jean-Paul Sartre im Euro Theater Central
Sartres „Geschlossene Gesellschaft“ in der Inszenierung von Claus Marteau wird im Euro Theater Central schon seit 1980 gegeben. Die Wiederaufnahme-Inszenierung von Gisela Pflugradt-Marteau läuft seit September 2009.
Das Stück ist somit ein wahrer „Dauerbrenner“. Das liegt zum einen daran, daß es als Sartres bekanntestes Stück gilt. Zum anderen mag es aber auch daran liegen, daß es sich als „Einraum-Stück“ hervorragend für die Aufführung in einem Einraum-Theater eignet.
So scheint es für da mehr...
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 THEATER BONN GELINGT NEUERLICHE MILLIONENEINSPARUNG
Bühne: Mit einer schwarzen Null endet die Spielzeit 2008/09 am THEATER BONN, so der Tenor des Berichts der Wirtschaftsprüfer
Ab dieser Spielzeit hatte Klaus Weise einen Betrag von 2,7 Millionen Euro einzusparen. Bereits 2003, zu Beginn seiner Intendanz, wurde der Theateretat um 10 Millionen Euro per annum reduziert. Erfreulicherweise führten beide Einsparungen nicht zu dem befürchteten Publikumsrückgang.
Die Spielzeit lag mit 185.445 Zuschauern durchaus im Schnitt der zurückliegenden Jahre. Die Einnahmen aus Kartenverkäufen in Höhe von EUR 2.998.446 bescherten dem Bonner Theater das zweitbeste Ergebnis der vergange mehr...
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 Shakespeare mal anders
Bühne: Premiere von Shakespeares "Der Kaufmann von Venedig" im Theater im Ballsaal
"Wenn ihr uns stecht, bluten wir nicht?
wenn ihr uns kitzelt, lachen wir nicht?
wenn ihr uns vergiftet, sterben wir nicht?
und wenn ihr uns beleidigt?"
Dieser, hier leicht gekürzte, Verteidigungsmonolog gehört zu den berühmtesten Textstellen aus William Shakespeares "Der Kaufmann von Venedig".
Im Original spricht ihn der Jude Shylock, der sich über die ihm angetane Ungerechtigkeit beschwert. In der Inszenierung von Severin von Hoensbroech ist es aber nicht ein Schauspieler, der di mehr...
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 Schillerndes Theater
Bühne: „Schiller – ganz oder gar nicht“ im Euro Theater Central
Ein Ensemble hat sich viel vorgenommen: Alle Dramen Schillers sollen an einem Abend gespielt werden. Damit das aber nicht zu lange dauert, wird jeweils nur der Kern des Stückes umgesetzt: immer nur eine Szene, vorzugsweise die vermeintlich wichtigste.
Darüber hinaus hat die Werktreue absolute Priorität. Das hindert aber nicht daran, landläufige Interpretationen, die im Mief des Kultussystemes seit Jahrzehnten wieder und immer wieder wiedergekäut werden, auch höchst pikant umzuwerfen, denn nur mehr...
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 …wenn ich Hänsel und Gretel wär
Bühne: „Being Hänsel und Gretel“ als grotesker Spaß für die ganze Familie
Das Märchen „Hänsel und Gretel“ zählt zu den beliebtesten Klassikern der Gebrüder Grimm. Gerade deshalb, dachte sich wohl das Theater Bonn, bilde die Geschichte die perfekte Grundlage für „Being Hänsel und Gretel“, die erste „Christmas Panto“ in Bonn, ein Theaterkonzept aus Großbritannien, bei dem traditionell in der Vorweihnachtszeit eine bekannte Geschichte durch pures Stegreiftheater und unter Einbezug des Publikums völlig neu dargestellt wird.
Doch das Stück ist keineswegs ein reines „We mehr...
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 Happy Days/Glückliche Tage
Bühne: Die Studiobühne feierte die Premiere von Samuel Becketts „Glückliche Tage“. „Oh, dies ist ein glücklicher Tag, dies wird wieder ein glücklicher Tag gewesen sein!“
Trotz dieser immer wiederkehrenden Zeile wird dem Publikum kein besonders vergnügliches Geschehen geboten. Die Bühne ist völlig schwarz, in ihrer Mitte sind zwei folienbedeckte Tische/Särge. Eine Frauenhand ragt zwischen ihnen empor. Links am Rande schläft ein großer, bis auf die Unterhose nackter Mann auf dem Boden, der wie ein grotesker Säugling erscheint.
Durch ein ohrenbetäubendes Geräusch wird das st mehr...
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 Dreiundzwanzig Jahre und nichts für die Unsterblichkeit getan!
Bühne: Wiederaufnahme von „Don Karlos, Infant von Spanien“ am Theater Bonn
Schillers Werke sind nicht für jeden leichte Kost. „Don Karlos“ hat den Dichter selbst schon einiges an Mühe gekostet: Vier Jahre (1783-1787) hat es allein gedauert, bis das Stück geschrieben war. Ein dramatisches Gedicht in fünf Akten – dass die Bonner Inszenierung trotz einiger Kürzungen rund 3 ½ Stunden dauert, überrascht nicht. Da ist Ausdauer gefragt – die was aber belohnt wird!
Die Handlung des Klassikers dürfte einschlägig bekannt sein: Der Marquis von Posa will das von Spanien unterj mehr...
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 Das geht doch alles kaputt hier!
Bühne: Anlässlich 20 Jahre Mauerfall: „Heaven (zu tristan)“ in der Werkstatt Bonn
Anlässlich der Jubiläumsfeierlichkeiten zum Mauerfall hat sich das auch das Theater Bonn in Kooperation mit dem fringe ensemble intensiv mit dem Thema „Deutsche Revolutionen“ auseinandergesetzt und unter dem gleichnamigen Titel eine Sonderreihe aus verschiedenen Veranstaltungen zusammengestellt. Eine davon stellt die Inszenierung von Fritz Katers „Heaven (zu tristan)“ in der Werkstatt dar.
Das moderne Schauspiel, dessen Uraufführung gerade einmal zwei Jahre zurückliegt, transferiert die Legen mehr...
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 Camus' "Die Pest" als Solostück
Bühne: Gastspiel mit Jaap Achterberg am 9. und 10. Dezember im Euro Theater Central
Albert Camus' Roman „Die Pest“ ist ein dankbarer Theaterstoff. Die Gründe hierfür sind nicht nur seine Struktur, sondern auch seine Aussage: Losgelöst von jeglicher Transzendenz, kämpft der Mensch zeitlebens gegen die Absurditäten der Welt an. Die zwingen ihn zum existentiellen Kampf, zu dem er sich solidarisieren muß, um Erfolg zu haben. Dieser Erfolg jedoch bleibt kurzfristig.
Der Mensch leistet in der Welt eben Sysiphusarbeit. Diese Ansichten vertritt auch der Protagonist und Erzähler des mehr...
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 Basquiat:Re-Mix09. Eine Recherchemaschine – „You are selling me!“
Bühne: Der Künstler als populär-kulturelles Abziehbild
Das A.Tonal.Theater stellt mit Basquiat:Re-Mix09 den Querschnitt eines Lebens und ebenso einer Epoche dar. Mit Elementen wie u.a. YouTube, Fernsehschirmen, großflächigen Projektionen und einem DJ-Mixpult wird die scheinbare Essenz des Künstlers Jean Michel Basquiat und der 80er Jahre mit dem Zuschauer als Beobachter und indirekten Akteur aufgespielt. Laut, dröhnend, schrill, in Zeitlupe.
Der Remix einer Epoche
Die Darstellung des A.Tonal.Theaters versucht einer dramatischen Biograph mehr...
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 Theater Festival Impulse 2009 – abseits der großen Bühnen, jenseits des Mainstream
Bühne: Rückblick auf das Theater Festival Impulse 2009
Vom 25. November bis zum 6. Dezember fand in Köln, Düsseldorf, Bochum und Mühlheim a. d. Ruhr das Theater Festival Impulse 2009 statt. Mittlerweile haben sich die Eindrücke gesetzt – höchste Zeit für einen Rückblick.
Forum für neue Ideen
Das Festival präsentiert im Zweijahresrhythmus Theaterproduktionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, aber immer wieder auch Gäste, wie z.B. dieses Jahr aus Frankreich. Es bedient sich bei der Auswahl der Produktionen bewußt nicht a mehr...
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 Studentenalltag mal anders
Bühne: „Türkish Delight“ bringt Publikum mit „Ein-€-Theater“ zum Lachen. Studentischer Uni-Alltag hat viele Facetten. Dazu gehören das Zurechtfinden im bürokratischen Uni-Dschungel, Asta-Sitzungen und Studiengebühren. Aber auch Themen wie Partnerschaft, Kinderkriegen und Familienfeste bewegen die Studenten von heute. Wie passt all das in eine Vorstellung? Das zeigte die Gruppe „Türkish Delight“ am Montagabend in der ausverkauften Studiobühne.
Das aktuelle Stück besteht aus fünf Sketchen. Das wohl meistgehasste Übel der Studenten ist klar: Studiengebühren. Numan ha mehr...
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 Einladung zum High-Sein
Bühne: Theater Bonn zeigt „To All Tomorrow’s Parties“
Sie war Fotomodell, Schauspielerin, Sängerin – eine Ikone ihrer Zeit: Christa Päffgen alias Nico. Bekannt wurde sie als Frontsängerin bei “The Velvet Underground”, einer der erfolgreichsten Underground-Produktionen aller Zeiten, sowie vor allem als Muse von Andy Warhol. Im New York der 60er Jahre gehörte sie zu seiner berühmt-berüchtigten „Factory-Clique“, jener Künstlerschmiede, die sowohl durch revolutionäre Kunstideen wie vor allem durch exzessive Happenings auffiel. In „To All Tomorrow’s Par mehr...
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 Ein klassischer Gefühls-Reigen
Bühne: Das Russische Nationalballett zeigt „Schwanensee“ im Theater Bonn
Schon das Stück „Schwanensee“, geschrieben von Pjotr Iljitsch Tschaikowski, ist legendär. Es gilt als der Gipfel des klassischen Balletts und gehört bei jeder klassischen Ballettcompagnie zum Standardrepertoire. Somit darf es natürlich auch bei dem „Russischen Nationalballett – The Crown of Russian Ballet“ nicht fehlen, das als eine der beliebtesten Compagnien weltweit riesige Erfolge feiert. Vom 14. bis 16. Dezember gaben sie ein Gastspiel im Theater Bonn.
Prinzessin Odette und ihre tre mehr...
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 Ja. Jetzt sind sie alle tot.
Bühne: “Antony and Cleopatra” als Seifenoper
Tot sind Shakespeares Charaktere bekanntlich erst am Ende eines Stückes. Auch in „Antony and Cleopatra“ bleibt er sich selbst treu. So fragt Octavius Caesar: „How goes it here?“ Die Antwort: „All dead.“ In Anlehnung an diese Szene wandte sich Regisseurin Charlotte Karpenchuk an die Premierengäste und bedankte sich, nachdem der Vorhang in der Brotfabrik gefallen war. Ein klassisches Ende, das auf eine moderne Theateradaption folgte, in dem selbst Laptop und iPod Einzug hielten.
William Shakes mehr...
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 Gut ist Böse – Weiß ist Schwarz
Bühne: Ungeschönte Doku-Performance von I said the things you told me not to say. Please forgive me – Stumm und ernst halten sie die Transparente hoch, blicken die Zuschauer durchdringend an. Und der Geräuschpegel auf der Bühne verstummt ebenso jäh, wie er gekommen ist. Einige rutschen leicht unbehaglich auf den Stühlen herum. Doch bevor man sich zu irgendeiner Form der schwerwiegenderen Reaktion hinreißen lassen kann, geht es auch schon weiter. Das fringe ensemble und phoenix5 erschütterten mit der Doku-Performance I said the things you told me not to say mehr...
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 Fünf Frauen und ein Mann
Bühne: Premiere des Stückes Madame de Sade im Euro Theater Central
Liebe, Intrige, Flucht, Loyalität und unabdingbare Willensstärke. Dieses Stück, gleicht einem skandalösen Feuerwerk der Gefühle.
Marquis Alphonse de Sade ist ein Mann, der nicht nur wegen seiner Frauengeschichten bekannt ist, sondern aufgrund seines lasterhaften Lebens im Gefängnis gelandet ist. Seine durch und durch loyale Ehefrau Reneé de Sade gibt trotzdem nicht auf, ihn aus der Gefangenschaft zu befreien. Dafür nimmt sie dankbar die Hilfe anderer Frauen in Anspruch. Auf der mehr...
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 Wenn einer eine Reise macht
Bühne: Auf den Spuren von Friedrich Schillers „Die Räuber“.
„Man nehme dieses Schauspiel für nichts Anderes, als eine dramatische Geschichte [...]. Nun ist es aber nicht sowohl die Masse meines Schauspiels, als vielmehr sein Inhalt, der es von der Bühne verbannet.“
So die Worte Friedrich Schillers im Vorwort seines Dramas „Die Räuber“ im Jahre 1781. Manch einer hat das verstaubte, gelbe Reclam-Heft noch im Bücherschrank stehen und erinnert sich an die vielen Interpretationsversuche des Stoffes aus der Sturm und Drang Zeit.
Was will der Autor uns mehr...
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 Reim in Flammen
Bühne: 4 Jahre Poesie und Prosa in Köln.
Groß wird das vierjährige Jubiläum begangen. Statt im Tsunamiclub weicht "Reim in Flammen" in den Kölner Stadtgarten aus und lädt sich große und kleine Stars der deutschen Slamszene ein. Angesichts der Schlange vor dem Eingang wird klar: Poetry Slam ist keine Untergrundkunst mehr. Bei einem Slam versucht man selbstverfasste Texte und Gedichte einem Publikum vorzutragen, und das besser als die Konkurrenz.
Mit 400 Menschen ist der "größte Slam Kölns" , so Moderator Benjamin Weiß, ausverkauft. U mehr...
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 Spuren der Vergangenheit
Bühne: Am 21.10.2009 feierte die neu gegründete Gruppe "Jüdisches Theater Tacheles Köln" ihre Premiere mit dem Theaterstück "Liebe in dunklen Zeiten" von Joshua Sobol.
Wie geht man mit der eigenen traumatischen Vergangenheit um - oder der Frage nach der Schuld? Was macht der Krieg aus den Menschen? Unter anderem mit diesen Fragen beschäftigt sich das Stück "Liebe in dunklen Zeiten".
Das Stück ist ein Gespräch zwischen zwei sehr unterschiedlichen Frauen, die zunächst nicht bemerken, dass sie auf der Suche nach denselben Antworten sind. Anda und Petra – gespielt von Dagmar von Kurmin und Marion Minetti – sind trotz völlig unterschiedlicher Lebensläufe auf ähn mehr...
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 Keine ganz normale Schlafzimmergeschichte
Bühne: Im Euro Theater Central läuft im Oktober „Dreier“. Ein „postdramatisches“ Stück von Jens Roselt, inszeniert von Stefan Krause. Mit Doris Lehner, Hanno Dinger und Richard Hucke.
Eine Frau und ihr Liebhaber liegen im Bett, beim und nach dem Sex. Danach, dazwischen und währenddessen ein zerrissener Dialog, der ein viel zu vordergründiges Verhältnis offenbart, das in erster Linie jedem der beiden selbst am dienlichsten zu sein scheint. Die Gemeinsamkeit des Paares, das wird schnell klar, erschöpft sich vorderhand darin, daß man sich eben zusammen „dem einen“ widmet und sich so gegenseitig Vergnügen verschafft. Aber selbst dabei agiert man nicht gerade in bestechender Harmo mehr...
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 Eiskalte Engel am Sachsenring
Bühne: Joe Knipp inszeniert den Klassiker „Gefährliche Liebschaften“.
Verwicklungen um Macht, Intrigen und Verführung. Nein, in diesem Fall ist das nicht die Ankündigung für eine neue Folge der Daily Soap „Verbotene Liebe“. Das sind die Komponenten des Theaterstücks „Gefährliche Liebschaften“, das am vergangenen Donnerstag im Theater am Sachsenring unter Regie von Theaterleiter und -lehrer Joe Knipp Premiere feierte.
Im Zentrum der Handlung stehen die Protagonisten Marquise Isabelle de Merteuil, gespielt von Rebecca Madita Hundt, und der Vicomte Sébastien de V mehr...
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 Alte Mäntel und schwarze Erde
Bühne: Die Erinnerungen Nadeschda Mandelstams werden zum Leitmotiv der neuen Koproduktion der Schule des Theaters und der Kunsthochschule für Medien.
„Weil das Glück eine Erinnerung ist, gibt es das Glück, weil gleichzeitig das Umgekehrte der Fall ist“ – sinniert Nadeschda Mandelstam zu Beginn des Stücks. „Glück“ und „Erinnerung“ hängen für die alte Frau eng miteinander zusammen, die sich nach dem grausamen Tod ihres Ehemanns Ossip in einem Arbeitslager bei Wladiwostock 1938 die Bewahrung seines literarischen Werkes vor dem Vergessen zur Lebensaufgabe macht. Da die Erfahrung sie gelehrt hat, dem Geschriebenen gegenüber misstrauisch zu sein, mehr...
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 Eine Geschichte ohne Worte
Bühne: Am 23.09.09 feierte das Tanzstück „Flashback“ Premiere in der Alten Feuerwache Köln. Man wusste nicht so ganz genau, worauf man sich bei dieser Vorführung eigentlich einließ, sofern man den als Vorlage dienenden Roman „Camere separate“ des Italieners Pier V. Tondelli nicht vorher gelesen hatte. Das Programmheft zeigte sich inhaltstechnisch nicht gerade aufschlussreich und vermittelte nur eine vage Vorstellung über die eigentliche Handlung. Von Andersartigkeit, von Tod und der Erschütterung gesellschaftlicher Mechanismen ist dort die Rede. Soweit, so unklar.
Dementsprechend r mehr...
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 Gertrude Stein. weiter anfangen. wir fangen an.
Bühne: Ein Experiment aus Sprache, Rhythmus, Form zur Spielzeiteröffnung der studiobühneköln. EIN STÜCK PAPIER IST EINE WEISSE FLÄCHE IST EIN BRIEF IST EINE KRONE IST EIN BRAUTSCHLEIER IST EIN STÜCK PAPIER. So setzt das Ensemble c.t. 201 den bekannten Satz Gertrude Steins „a rose is a rose is a rose is a rose“ in ein eigenes Konzept um.
Worte sind für Gertrude Stein ein Spiel – das genau ist der Fluch, aber auch der Reiz ihrer oft abstrakt und konstruiert wirkenden Texte. Löst man diese jedoch aus ihrer starren Schriftlichkeit, um sie tatsächlich als Spiel auf der Bühne erlebbar zu m mehr...
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 "Für mich soll´s rote Rosen regnen"
Bühne: Mit einer emotionalen Hommage an die Ausnahmekünstlerin Hildegard Knef beeindruckt das Sommerstück im Theater der Keller. „Ich heiße Hildegard und möchte Schauspielerin werden.“ Mit 16, da hatte die Knef noch Träume, naive Vorstellungen davon, was es heißt, berühmt zu sein. Das Leben der Hildegard Frieda Albertine Knef verlief aber keineswegs immer geradlinig, sondern war von Schicksalsschlägen, Einsamkeit und Krankheit geprägt.
Doch gerade diese Achterbahnfahrt des Lebens und ihr Mut zeichnen Knefs faszinierende Persönlichkeit aus und bergen das Potenzial, aus dem die Revue „Für mich soll´s rote Rosen re mehr...
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 Theater geht in Serie: Eine "schillernde" Pilotfolge in Köln
Bühne: Theaternovela ‚Pension Schiller II’ startet mit ‚Hurricane durchs Mikrophon’. Was passiert, wenn Theater in Serie geht? – Theater. Davon können sich künstlerisch aufgeschlossene Liebhaber des weniger klassischen Schauspiels in dieser Woche überzeugen. Der Weg zum Schauspielhaus ist nicht nötig: Das ehemalige Konditorei-Café Oehler, direkt um die Ecke (Nähe Heumarkt), ist nämlich von Sonntag bis Sonntag zu einer kleinen Fernsehstube mutiert. Doch statt Lindenstraße, gibt es große theatrale Leidenschaft und ganz großes Chaos zu sehen: ‚Pension Schiller II – nicht nur ein Th mehr...
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 "To stamp out evil with a worse evil"
Bühne: Die Bonn University Shakespeare Company (BUSC) inszeniert “A clockwork orange” von Anthony Burgess. „Hey, I’m not a thing, brother!“ betont Alex, der zweifelhafte Held der Geschichte, kurz vor seinem verzweifelten Sprung aus dem Fenster. Ein Selbstmordversuch, der sich darauf begründet, ein Spielball von Politik, Wissenschaft und Regierung zu sein. Alex, der brutale Schläger, der Vergewaltiger, der Mörder – und das Opfer. Die Bonn University Shakespeare Company (kurz: BUSC) nahm sich mit ihrer diesjährigen Sommerproduktion ein komplexes, gewalttätiges und strittiges Original vor. Die Premiere mehr...
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 Kreativität als Rohstoff der Zukunft
Bühne: Normalerweise packt man zu einem Interview ein Paar Extrafragen ein, falls sich sein Gegenüber als zu wortkarg erweisen sollte. Diese Vorsorge stellte sich bei Thomas Daviaud, welcher die Rolle Mephistos bei der Theateraufführung „Faustspuren“ übernommen hat, als unnötig heraus. Der aus Frankreich stammende Schauspieler mit seinem sympathischen Akzent hatte einiges zu seiner aktuellen Rolle, dem Theater an sich und seiner allgemeiner Zukunft zu sagen. cw: Hr. Daviaud, schildern Sie uns kurz ihren Weg zur Bühne.
Daviaud: Vor circa zehn Jahren habe ich an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter studiert. Danach arbeitete ich in unterschiedlichen Theatern in Berlin, Holland, Frankreich und Italien. Da ich freiberuflicher Schauspieler bin, habe ich meistens drei bis vier Arbeitgeber und unterrichte auch selbst an einer Schauspielschule in Südfrankreich. Das geht von Coaching von Rechtsanwälten bis zu sozialpäd mehr...
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 Faust auf der Spur
Bühne: Das Ensemble Theaterwandel/Fakt21 NRW geht mit ihrer Inszenierung von Goethes Faust II „Faustspuren“ unkonventionelle Wege, indem es mit Akrobatik, Ausdruckstanz Musik und klassischen Theaterelementen ein Crossover von Kunstformen erschafft- und damit auf ganzer Linie überzeugt. Schon wieder eine Neuinterpretation eines klassischen Stücks? Vor allem bei Goethe stellt sich dem Theaterbesucher im vornherein die berechtigte Frage, ob das gut gehen wird. Oft genug wurde man Zeuge davon wie überfleißige Regisseure mit ihren schwerlich nachvollziehbaren Eigenvisionen richtige Gräueltaten auf der Bühne verübten.
Umso gespannter ist man dann als das Licht ausgeht und die Publikumsgespräche langsam verstummen. Der Blick heftet sich auf die verdunkelte Bühne. Plötzlich vernim mehr...
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 „Alles was nie schläft, möchte sich in Deinen Armen ausschlafen“
Bühne: Das Leben einer russischen Lyrikerin in der Orangerie am Volksgarten. Das Programm zum neuesten Stück des Svetlana Fourer Ensembles verspricht traumähnliche Sequenzen, die in die Welt der russischen Lyrikerin Marina Zwetajewa Einblick gewähren sollen. In die Welt einer russischen Literatin, die ein abenteuerliches Leben mitten im unruhigen Europa zwischen Krieg und Poesie zu Beginn des 20. Jahrhunderts führte. Teil dieser Welt war die Begegnung mit Rainer Maria Rilke, den sie nie in Natura, sondern nur in Liebesbriefen traf. Ein Seelenverwandter, der starb, bevor mehr...
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 Gratis und nicht Umsonst
Bühne: Das Sommer Special im Kölner Atelier Theater. „Was umsonst ist, nützt auch nichts“, sagt der Volksmund. „Kostet nichts, lohnt sich aber“, sagt Rosa K. Wirtz und lädt seit dem 08.Juni und bis zum 27.08.2009 wieder „Gratis und nicht Umsonst“ ins Kölner Atelier Theater ein. Täglich (außer Freitag bis Sonntag) ab 21h30 treten hier an den ersten vier Tagen der Woche KünstlerInnen im Atelier Kaffee auf. Um sich vorzustellen, neues aus aktuellen Programmen auszuprobieren oder um die kleine Bühne im Atelier Kaffee, das an diesen Abenden ab 20 Uhr g mehr...
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 Kurt Schwitters Erben im Bügelwahn
Bühne: Theaitetos Trio mit „Wir bügeln in der Finsternis“ im Bonner thaterimballsaal. Es ist doch ungewöhnlich, dass der vierte Mann des „Theaitetos Trios“, es eigentlich gar keines sein lässt. Ungewöhnlich ist auch das, was die vier Künstler uns in ihrem aktuellen Programm präsentieren.
Wer Witze reißende Musiker, gepaart mit der üblichen, leichtverträglichen Comedy-Kost erwartet, der wird nach einem Abend mit Helmut Buntjer, Johannes Dolezich, Udo Herbst und Bernd Kortenkamp nicht nur überrascht, sondern auch ziemlich enttäuscht sein. Wer hätte auch ahnen können, dass der Hi mehr...
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 Vorder-, hinter-, abgründig
Bühne: Das Schauspiel Köln inszeniert Harold Pinters Die Geburtstagsfeier. Die Musik setzt mit voller Wucht ein. Der Bass lässt die Sitzfläche vibrieren, der Körper surrt mit. Dolby-Surround-Gefühl. Der Vorhang öffnet sich.
Mehr einer Kinoleinwand als einer Theaterkulisse gleicht die Szene: Ein Cinemascope-Format mit bemerkenswerter Tiefenschärfe. Es könnte ein Bild von Gregory Crewdson sein, der seine fotographischen Inszenierungen so aufwendig wie ein Filmset beleuchtet. Wir sehen in das Interieur einer verschrobenen Pension; dort ist jede Blume, jeder Stuhl, ja mehr...
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 Den kleinen Vogel Angst – sie fängt ihn ein
Bühne: Die Tanztheaterproduktion Blind Date bewegt sehendes und blindes Publikum. Der Leiter des Sommerblut Festivals Rolf Emmerich erhebt vor der Vorstellung kurz seine Stimme. Um den sehbehinderten Gästen bühnennahe Plätze zu gewährleisten, bittet er diese zuerst in den Vorstellungsraum.
Doch auch für diejenigen, die nachrangig den Raum betreten, sind noch gute Plätze frei – immerhin gibt es gleich vier erste Reihen. Die quadratische Tanzfläche befindet sich in der Mitte. Während sich die Reihen peu à peu fast lückenlos füllen, hat die Vorstellung schon begonnen. Unters mehr...
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 Einmal Gott spielen
Bühne: Die Theatergruppe "Mutprobe" präsentierte am vergangenen Wochenende im Schützenhof mit Woody Allens "Gott" eine erfrischende und unterhaltsame Darbietung dessen, was man gutes Theater nennen kann. "Sie werden gleich Gott sehen", verspricht Oliver Wenzel mit ernster Miene dem Publikum. Ein Satz, der hohe Erwartungen an die zwölfköpfige Theatergruppe stellt, denn spätestens ab diesem Zeitpunkt warten die knapp 100 Zuschauer auf eine Erleuchtung. Und natürlich auf Gott. Und Gott kommt. Wenn auch anders, als erwartet.
Wir befinden uns in Griechenland, nur wenige Minuten vor dem Auftakt des "Athener Dramatikerfestivals" und Hepatitis (herrlich mit sich und der Welt ringend: David Schumacher mehr...
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 Das UnGLÜCK der Götter
Bühne: Uraufführung von Kristóf Szabós Glück im Rahmen des Sommerblut-Festivals im Arkadas Theater am 21.5.2009. „Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen. Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.“ (Albert Camus, Der Mythos von Sisyphos)
Kristóf Szabó inszeniert in seinem intermedialen Werk den Mythos des Sisyphos und begibt sich auf die Suche nach dem Glück. Dem Glück, das auch der sisyphossche Mensch sein Leben lang erstrebt. Er muss sich des eigenen Egos entledigen und wahres Mitgefühl verspüren, um Glück von Dauer zu empfinden.
Dies ist auch das größte mehr...
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 „Wer ist das nächste Opfer?“
Bühne: Meisterklasse – das Leben der Maria Callas neu inszeniert, feiert im Rahmen des Sommerblutfestivals Premiere. Eine fast leere Bühne erwartete den restlos gefüllten Saal in der Jungen Kammeroper Köln bei der Premiere von „Meisterstück“ am 16. Mai 2009, einem Musiktheaterstück von Terence McNally, neu inszeniert von Volker Hein. Ein Klavier, ein Stuhl, ein Tisch mit einem Wasserkrug, sonst nichts. Diese Bescheidenheit der Bühnenausstattung kollidiert zunächst mit der Erinnerung an den schillernden Opernstar Maria Callas, um den es hier gehen soll. Wo ist der Prunk, wo ist der Glamour? Schließlich ist sie mehr...
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 Die erstaunlich aktuelle Brisanz eines Mythos
Bühne: Mit einer gelungenen Inszenierung von Euripides´ „Iphigenie“ wird im Schauspielhaus die Sinnlosigkeit der Menschenopferung aufgezeigt. Grelle Scheinwerfer strahlen von der Bühne ins Publikum. Eine Windböe weht eine Art Papierschiff heran, das sich hin und her bewegt. Dann plötzlich klappt die hintere Wand der Bühne zu, der Raum verdunkelt, Wind und Schiff stehen still.
Der Heerführer Agamemnon (Felix Goeser) tritt aus dem Schiff heraus. Um ihn herum schwirren die in dunkle Gewänder gehüllten Chormitglieder.
Seit Wochen nun verhindert diese Windstille das Auslaufen der griechischen Flotte gegen Troja. Der Seher Kalchas ver mehr...
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 Orlando scrapped
Bühne: Unmittelbar beginnt der Tanz. Unmittelbar hört er auf. Das Ende ist der Anfang und in beiden verlieren sich die Tänzer des Bonner Ensembles COCOONDANCE in ihren individuellen Bewegungen. Faszinierend und akrobatisch, sinnlich und verstörend fremdartig, ziehen unsichtbare Energien an den Gliedmaßen. Bis aus diesem Wahnsinn ein Schrei ertönt, sich wiederholend, verzweifelt. Orlando Furioso, alias der rasende Roland, verliert seinen Verstand. Wie kaum ein anderes Stück ist Orlando Furioso von Ludovico Ariosto dazu geeignet, in Tanz und Bewegung umgesetzt zu werden. Die Handlung beinhaltet unzählige, ineinander verschachtelte Erzählstränge - Emotionen von Liebe, Eifersucht und Enttäuschung sind die Leitthemen. Eine Koproduktion von COCOONDANCE mit dem Theater Bonn, dem Theater im Pfalzbau Ludwigshafen und The Manning Camerata-Orchestra, London, haben sich dem Projekt angenommen, das Epos tanzbar zu machen.
Alle Handlungsstränge fi mehr...
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 Ein Märchen aus Farben und Musik
Bühne: „Die Liebe zu den drei Orangen“ als Pantomime von Milan Sladek Der kleine Schelm Truffaldino zittert so sehr, dass der gesamte rote Bühnenvorhang wackelt. In der Hocke kauert er unter dem Stoff, nur sein Hinterteil lugt hervor. Ihm ist die Köchin mit dem riesigen Suppenlöffel auf den Schlichen, eine weiße Tüll-Schürze umschnürt ihren massigen Körper, die Haare stehen ihr bedrohlich bunt zu Berge. Doch mit dem kleinen seidenen Schal gelingt es Truffaldino, die Küchenwächterin zu bezirzen. Und während er aufpassen muss, nicht in der Brustfülle der zyklopenähn mehr...
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 „Wär sie schäbig wie die Nacht, das juckt mich nicht“
Bühne: Die Zähmung der Widerspenstigen in der Werkstattbühne Bonn. Es ist ein ungleicher Kampf. Der kleine Hund versucht sich wild kläffend zu verteidigen, aber irgendwie hat er keine Chance.
Gut, das schwarze Kostümchen und die Pumps seines Gegenübers behindern etwas und der Rock ist auch eigentlich zu kurz, um damit auf allen vieren herumzukriechen, aber diese Frau ist alles andere als zimperlich. Wer sich mit ihr anlegt, der muss ordentlich einstecken – das hätte der Hund sich besser vorher überlegt.
Diese Szene ist der überraschende Auftakt der aktuell mehr...
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 Kushner, Hitler und Lenins Gehirn
Bühne: Das Endenicher theaterimballsaal zeigt in Zusammenarbeit mit der Akademie für Internationale Bildung What is to be done? – A Tribute to Tony Kushner, eine englischsprachige Produktion des LostAngeles Ensembles, einer Gruppe von Theater- und Tanzstudenten der Loyola Marymount University in Los Angeles. Wenn 21 schwarz gekleidete Menschen die Bühne betreten und sich beginnen tänzerisch in der Mitte zu einem wirren Haufen zu formen, dann macht das neugierig auf das, was da noch kommen mag - und das ist nicht einfach zu beschreiben.
Zunächst beginnt das Menschenknäuel sich wieder auseinander zu bewegen und es entstehen drei Gruppen. Da wären wir auch schon mitten in der Handlung. Drei Gruppen für drei Theaterstücke aus denen abwechselnd einzelne Szenen gespielt werden.
Klingt verwirrend - mehr...
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 Kidnapping neu interpretiert
Bühne: Die Bonner Oper inszeniert Mozarts „Entführung aus dem Serail“ und geht dabei recht modern vor Hätte Mozart das Wort „kidnapping“ gekannt und die bezaubernde Julia Nevikova in ihrer Rolle als britische Blondie gesehen, er hätte alle Pläne über Bord geworfen und die Oper in englischer Sprache verfasst. Allein aus dem Grund, um die blonde Schönheit ein wenig öfter das Wörtchen „fantastic“ sagen zu hören, das in ihrem glucksenden Lachen fast untergeht.
Doch es blieb bei der „Entführung aus dem Serail“, sodass es an Intendant Markus Dietz war, den Charakteren einen neuen aber hochwertigen mehr...
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 „Weg mit der Verstellung!“
Bühne: Die Geschichte der „Maria Stuart“ um Machtkampf, Liebe und Leidenschaft im Theater der Keller. „Maria Stuart!“ Es ist ein langer, gedehnter Schrei, den Elisabeth I. ausstößt. Die Verzweiflung der gebrochenen englischen Königin klingt nach Dämonenaustreibung und Hilferuf zugleich. Doch die Stuart ist längst tot, besiegt ist die ewige Rivalin.
Mit nur 27 Jahren nahm man sie gefangen, nach fast 20 Jahren Kerkerhaft starb sie am Schafott: Maria Stuart, Königin von Schottland, überzeugte Katholikin, konnte sich der herrschaftlichen Macht ihrer Gegnerin nicht erwehren. Im Frühjahr 1587 unter mehr...
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 Sweet Home Alabama?
Bühne: Am Donnerstag feierte „Winter im Morgengrauen”, eine Produktion des fringe ensembles und des Münsteraner Produktionslabels phoenix5, im Bonner theaterimballsaal Premiere. Auf der Bühne befinden sich drei Herren, die darauf warten, dass auch das letzte Stuhlknarzen, das letzte Wort aus den Reihen des einströmenden Publikums verstummt.
„Was mir damals zugestoßen ist, wird, so hoffe ich, nur hier offenbart werden. Ein Geheimnis wird es bleiben, jeder Einzelne wird sich daran erinnern.“ Jeder Einzelne. Das beinhaltet auch das Publikum.
Die Romanadaption des dänischen Autors Jens-Martin Eriksen nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise, die er so schnell nicht verg mehr...
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 Sie reden miteinander übereinander und treffen aufeinander
Bühne: Die Abschlussklasse der Arturo-Schauspielschule präsentierte in der Brotfabrik ihre zweite Abschlussinzenierung „Die bessere Hälfte“ von Alan Ayckborn. Nach dem großen Erfolg in Köln, begeisterten die sechs (fast) fertigen Schauspieler nun die Zuschauer in der Brotfabrik Bonn/ Beuel. Das Ehepaar Foster, aristokratische Oberschicht, korrekt, fast ein bisschen pingelig, nach außen hin eine blütenweiße Beziehung. Hier liegt nicht einmal Staub auf dem Teppich. Das Ehepaar Philip, das genaue Gegenteil, sie lieben und sie schlagen sich, das Baby manchmal nur Nebenrolle. Hier liegt nicht nur die leere Cornflakes-Packung auf dem Teppich und der zweite Schuh im Papierkorb, sondern auch das Balisto unter dem Teppich. Das dritte Ehepaar, William und Mary Featherstone, eine „zwischen-de mehr...
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 „Du treibst mich in den Wahnsinn!“
Bühne: Das Schauspiel „Reden mit Mama“ feierte am Samstag im Euro Theater Central Premiere. Thema des Stücks ist die vielschichtige Beziehung zwischen Pablo und seiner Mutter, die neben Existenzangst auch einen neuen Freund und einen neue Lebensphilosophie hat: den „Anarchopensionismus“. Exkurs: Ein typischer Anruf bei meinen Eltern:
„Hallo?“
„Hallo Mama, ich bins.“
„Ach, du meldest dich auch mal wieder?“
„Ja... ähm...ich hatte in letzter Zeit ziemlich viel zu tun.“
„Du warst wahrscheinlich wieder Tag und Nacht feiern, das kann ich mir schon vorstellen!“
„Nein, Mama. War ich nicht. Ich bin mitten in der Klausurenphase und den ganzen Tag in der Bibliothek!“
„Das will ich auch hoffen, wir bezahlen ja nicht umsonst dieses ganze Geld für deine Ausbildung...“
Im schlechtes mehr...
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 Intrigantes Mühlespiel mit Happy End... vielleicht...
Bühne: Die evangelische Studierendengemeinde (ESG) Bonn brachte den Komödien-Hit Viel Lärm um Nichts des Großmeisters William Shakespeare auf die Bühne. "Heute abend gibt's hier ein Mühlespiel..." Das hätte man meinen können, wenn man sich die Bühne der ESG mal genauer ansah. Das Zentrum der Spielfläche glich einem schwarz-weißen Spielbrett, links und rechts davon türmten sich ebenso schwarze und weiße Spielfiguren. Was das mit der ursprünglich geplanten Aufführung von Shakespeares Viel Lärm um nichts zu tun haben sollte, wurde schnell klar: Im Stück selbst wird oft auf das Mühlespiel verwiesen und auch die Handlungsstränge drehen sich um mehr...
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 Achtung: Schreckschusswaffen im Theater
Bonn University Shakespeare Company spielt The Roman Actor in der Brotfabrik. Der warnende Hinweis am Eingang des Theatersaales kommt nicht von ungefähr. Auch wenn viele es nicht glauben möchten, die Werke von Shakespeare und Co. sind gefährlich, vielseitig, spannend und verwegen. Das beweist die BUSC (Bonn University Shakespeare Company) jedes Jahr von Neuem, wenn sie sich eines dieser Stücke annehmen. Was dabei heraus kommt ist alles andere als staubtrocken und bieder. Die Theatergruppe erfindet das Material neu, filtert die Essenz heraus und mischt sie mit eigenem krea mehr...
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 Isch liebe disch
Der kleine Prinz landete im Jungen Theater Bonn Das erste Bild - das Innere eines Linienflugzeuges- auf den Bühnenvorhang projiziert, gibt sogleich einen Einstieg in das Stück, für die Besucher (die während des Fluges ihre technischen Geräte ausstellen sollen), wie auch für die Akteure: es beginnt die Reise. Eine Reise in die Erzählung von Antoine de Saint-Exupéry, eine Reise durch das Weltall bis hin zur Erde, eine Reise in die Geschichte des kleinen Prinzen und seinem langen Weg zur Erkenntnis was Freundschaft und Liebe wirklich bedeuten.
mehr...
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 Der Nussknacker knackt alle Herzen
Die lettische Nationaloper Riga gastiert in der Bonner Oper. Der erste Besuch beim Ballett ist eine heikle Angelegenheit – entweder man liebt es oder man hasst es. Ich bin neugierig, aber auch etwas unruhig. Und dann bahnt sich ganz schön patent und selbstsicher, mit einem großen Sitzkissen in der Hand, ein kleines Persönchen den Weg zu mir durch, setzt sich auf seinen Platz und grinst zu mir rauf. Auf meine Frage hin erwidert sie, sie sei schon ganz oft beim Ballett gewesen. Ihre Mutter sei auch da, allerdings würden sie die Karten immer erst so spät kau mehr...
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 Kampf der Königinnen
Das Schauspiel Maria Stuart im Kleinen Theater Bad Godesberg. Zwei Frauen, so verschieden wie sie nur sein können. Die eine sinnlich, von Männern umworben, ihre Schönheit besungen, die Inkarnation des Weiblichen schlechthin. Die andere eine, die ihre Jugend nicht ausleben konnte, sich bereits in jungen Jahren in einer männlich dominierten Politik behaupten musste und die mehr männliche als weibliche Attribute aufweist. Maria Stuart und Elisabeth Tudor - zwei Königinnen, die eine Schottlands, die andere Englands und beide kämpfen sie um den englischen Thron mehr...
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 Von Bösewichten und Ohrwürmern
Kalle Blomquist ermittelt in den Kammerspielen Bad Godesberg. Im Saal der Kammerspiele Bad Godesberg riecht es nach Gummibären und Keksen. Nein, nicht dauerhaft, aber am heutigen Abend strömt das Aroma von Süßigkeiten eindeutig durch die Stuhlreihen. Der Grund für die ungewöhnlichen Gerüche an diesem sonst doch der ernsthaften Kunst gewidmeten Ort, ist das Familienstück Meisterdetektiv Kalle Blomquist, die Bühnenadaption von Astrid Lindgrens berühmten Kinderbuch. Dem Anlass entsprechend stellt sich die Publikumsstruktur dar: Der für einen Mittwochab mehr...
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 Wenn Robin Hood aus einem Feuerwehrauto steigt
Familienstück Robin Hood feiert Premiere in der Halle Kalk. Das kleine Mädchen Marian lebt mit ihrem Großonkel Sir Richard in einem Schloss, irgendwo in England. Dort fühlt sie sich auch sehr wohl, bis eines Tages der raffgierige und korrupte Sheriff von Nottingham, Lord Trumm, sich die schöne Behausung unter den Nagel reißen möchte. Mit einer gemeinen Intrige, inszeniert von seinem Gehilfen Jack, das Wiesel, scheint es ihm zunächst auch zu gelingen. Der Großonkel wird in den Kerker geworfen und Marian wird gerade noch so von Robin Hood gerettet, der die mehr...
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 „Gestern, Punkt halb elf, ist die Vernunft gestorben.“
Ibsens Peer Gynt als tragikomische Groteske im Schauspielhaus. Es beginnt verzaubernd märchenhaft. Während man sich im Zuschauerraum noch mit letztem Hüsteln vorbereitet, erhebt sich aus dem Dunkel mehrstimmiger a cappella Gesang. Langsam wird die Bühne in warmes Licht getaucht und ein Puppenstuben-Bild erscheint: Ohrensessel und Stühle sind auf der in drei Höhenstufen unterteilten Fläche verteilt, regungslos verharren die acht Darsteller in ihren Sitzpositionen. Doch der Schein trügt. Je mehr die Scheinwerfer zu erkennen geben, desto deutlicher die Irritat mehr...
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 Das Bierchen danach - Theater als Herausforderung
Faust, der Tragödie erster Teil in der Halle Kalk. „Faust – schwere Kost…“ kommentierte vor einigen Jahren mein Großonkel, als ich ihm bei einem unserer Familienfeste von meiner neuen Lektüre erzählte. Diese Reaktion konnte ich zunächst überhaupt nicht verstehen, hatten mich doch Goethes Zeilen vom ersten Vers an beeindruckt. Doch zugegebenermaßen sind mir diese Worte wieder in den Sinn gekommen, als ich nach der beinahe vierstündigen Inszenierung die Halle Kalk verlasse. Denn mein Großonkel hätte diese Darbietung sicherlich nicht nur für schwer mehr...
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 Amor legt Herzen in Ketten
Die Oper Bonn feierte mit Orlando Furioso am 19. Oktober Premiere. Wer ist eigentlich in wen verliebt? Und warum leidet jeder an verratener Liebe, unerwiderter Liebe oder hoffnungsloser Liebe? In Aurelia Eggers Neuinszenierung von Vivaldis Barockoper aus dem Jahre 1727 geht es drunter und drüber, niemand scheint sein Glück in der Liebe so recht finden zu können. An dieser Stelle ein rascher Einschub für alle diejenigen, die beim Wort Barock - und dann noch in Kombination mit dem Wort Oper - am liebsten die Flucht ergreifen würden: Das Werk ist gar nicht mal so mehr...
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 Alles andere als „grauenvoll, diese Nacht“
Die Oper Bonn feiert mit Un Ballo in Maschera Premiere. Es geht um kräftige Schüsse und heiße Liebe. Ein Schuss. Damit endet das Leben von Ricardo und beginnt die Geschichte. Der Opernsaal liegt im Dunklen, die Streicher beginnen ein leichtes Spiel. Nur langsam erhellt sich die Bühne in kalt-weißem Licht und gibt den Blick auf einen mit dem Rücken zum Publikum stehenden Mann frei. Er hält sich am metallenen Gitternetz der Wand fest, das weiße Hemd achtlos aus der Hose hängend, bis er sich umdreht, ziellos erst nach rechts, dann nach links wankt und es knallt. Ricardo, Graf von Warwick, fällt un mehr...
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 Ein Blumenmädchen als Versuchsobjekt
Das Musical My Fair Lady im Kleinen Theater Bad Godesberg. Der Gedanke, dass man auf sein eigenes Werk stolz sein könnte, so sehr, dass der Stolz sogar in Liebe umschlägt, erscheint vielleicht gar nicht so abwegig. Das dachte sich auch schon Ovid, dessen Bearbeitung des Mythos Pygmalion bis heute immer wieder rezipiert wird. Die Geschichte um den Künstler, der sich in die von ihm geschaffene Elfenbeinstatue einer Frau verliebt, hat ebenfalls Bernard Shaw fasziniert. Der schuf daraus sein Schauspiel Pygmalion, in dem der Sprachwissenschaftler Prof mehr...
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 Dieses Jahr geht’s in die Oper!
“Verliere im Dreivierteltakt drei Viertel deiner Tugend.“ – Seit einem Jahr ist die Junge Kammeroper Köln in Rodenkirchen angesiedelt und stellte mit Die lustige Witwe von Franz Lehár, frisch inszeniert von Ela Baumann (Regie) und Inga Hilsberg (musikalische Leitung), eine Operette auf die Beine, die vor Originalität und einem ordentlichen Schuss Humor nur so sprüht. In nur sechs Wochen wurde dem Stück neues Leben eingehaucht. Das Besondere daran: Das Stück ist kein „normales“ Theatervergnügen, das Ensemble besteht nicht nur aus Schauspielern. Professionelle Sänger, zwei Tänzerinnen und zwei Schauspieler bilden das kunterbunte Ensemble. Sie spielen einander zu, ergänzen sich und verschmelzen miteinander – so selbstverständlich, als hätte es nie anders sein sollen.
Die Junge Kammeroper Köln war bis vor einem Jahr ein reines Tourneetheater. Ganz aufgegeben mehr...
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 Crossover an der Oper
Die Junge Kammeroper Köln feiert mit Die lustige Witwe Premiere. Rodenkirchen liegt genau zwischen Köln und Bonn macht sich einen Namen – und zwar als neue Hochburg der Kultur. Zu verdanken ist dies der Jungen Kammeroper Köln, die sich dort ihre erste feste Heimat ausgesucht hat. Vorher als Wanderoper in ganz Deutschland unterwegs, hat sie nun das Zigeunerleben zumindest teilweise aufgegeben und widmet sich, wie der Name schon sagt, stattdessen der Produktion von Opern und Operetten.
Wer bei dem Wort Oper nun unweigerlich an betagte Herrschaften in mehr...
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 Der Jude, der gar keiner war.
"Andorra" von Max Frisch im Studentendorf Efferen. Die nunmehr dritte Produktion der Theatergruppe Barfuss feierte am 1. August Premiere im Studentendorf Efferen. Das Ensemble selbst setzt sich aus den Bewohnern des Studentendorfs zusammen und führt in diesem Jahr zu Beginn der Semesterferien „Andorra“ von Max Frisch auf.
In dem Stück geht um den vermeintlichen Juden Andri, der von seinem leiblichen Vater, dem Lehrer Can, als gerettetes, jüdisches Kind ausgegeben wird. Von nun an lebt er bei ihm, dessen Frau und deren gemeinsamer Tochter Barb mehr...
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 "Bin ich auch wirklich ich?" – Eine Spurensuche
Maulwürfe feiern Premiere in der Orangerie im Volksgarten. Wir befinden uns im 21. Jahrhundert, einem Zeitalter, in das neuartige Geschäftsideen Einzug gehalten haben. Man muss beim Einkauf nur ein Chipkärtchen zücken und schon weiß der Gegenüber alles von einem. Angefangen bei der Schuhgröße über die individuellen Vorlieben bei Zeitschriften bis hin zu den regelmäßig benötigten Medikamenten. Doch was geschieht eigentlich, wenn sich jemand in dieses System einloggt und die persönlichen Daten manipuliert?
Mit dieser Annahme beschäftigt sich das Theate mehr...
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 Verstehst Du mich überhaupt?
Die „Fensterbank“ spielt Christian Baiers Gegenüber in der Ehrenfelder Kolbhalle. Die merkwürdigste Rolle im Theater ist vielleicht die des Zuschauers. Zahlenmäßig weit überlegen, tritt er trotzdem nie in Erscheinung. Und während die Bühnenfiguren mit Zeter und Mordio aufeinander losgehen und um ihr Schicksal ringen, lehnt er sich bequem im Sitz zurück und sinnt auf ein bisschen Rührung und Erleuchtung. „Ansprechendes“ erwartet er vor allem – aber wenn er selbst von der Bühne herab angesprochen wird, als Gegenüber, was dann?
Christian Baiers Eine-Frau-Stück Gegenüber mehr...
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 Wurstsemmelspektakel und homerische Sprachverwirrung
Die Bonner University Shakespeare Company kurz BUSC, inszeniert Werner Schwabs Troiluswahn und Cressidatheater. „Ich Spiele dieses Stück, bis das Stück mich spielt!“ Das ist Pathos und Energie. Recht so: Manch einem Schauspieler stünde diese Einstellung gut zu Gesicht. So sprach allerdings Agamemnon, Kriegsherr aller Griechen und Initiator des Trojanischen Krieges. Nachzulesen in Homers Ilias. Wohlgemerkt: Nicht das Zitat, mehr der Krieg an sich.
Streng genommen war es nicht Agamemnon selbst, sondern einer der Schauspieler der BUSC. Ja ist klar, aber nicht wirklich. Wir schreiben das Jahr… och, mehr...
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 Theater im Zugabteil
Das Theater déjà vu und „Die Männer – Alles nur Sex?“ am Bahnhof Beuel. Was passiert, wenn zwei Frauen unterschiedlichsten Naturells auf engstem Raum miteinander leben müssen? Wenn die eine Männer wechselt, wie andere ihre Kleidung, während die andere von Männern nichts mehr wissen will? Und beide Frauen sich obendrein auch noch dasselbe Bett teilen müssen?
Eine prekäre Ausgangslage, die viel Unterhaltung verspricht.
Shelly, der männerkonsumierende Vamp, lebt in einem alten Waggon, hat keine Arbeit und muss dringend das Geld für die Miete beschaffen. Sie stürzt mehr...
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 Ach, wie schön kann Sterben sein
Das Junge Theater Bonn präsentiert erstmals Shakespeares Meisterstück „Romeo und Julia“, mit Darstellern im Alter der Originalfiguren. „O Romeo! Warum denn Romeo?“ fragt sich Julia verzweifelt, die an das Fenster gelehnt ihr Unglück beweint. Jeder kennt diese Szene aus William Shakespeares weltberühmter Liebesgeschichte und dennoch wird sie immer und immer wieder neu inszeniert. Warum, fragt sich das Kreativteam des Jungen Theaters.
Sie haben sich die Antwort selbst gegeben: Der Saal ist ausverkauft, das Publikum ist begeistert. Minutenlange Beifallsstürme begleiten die jungen Schauspieler und treiben sie wieder und wieder auf mehr...
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 Hamlet, Hitler und Dirk Bach
Die Komödie „Sein oder Nichtsein“ feierte am 15.5. Premiere im Millowitsch-Theater Köln Warschau 1939. Eine kleine Theatergruppe probt eine Komödie über Hitler, aber dann wird die Aufführung des Stückes „Gestapo“ von der polnischen Regierung kurzerhand abgesagt. Es droht der Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Polen, da gilt es, Vorsicht walten zu lassen. Schauspieler Bronski ist enttäuscht, wäre doch der „Hitler“ die Rolle seines Lebens gewesen. Sein Kollege Josef Tura hingegen ist hoch erfreut, kommt jetzt nun stattdessen Shakespeares Hamlet auf der Spielplan und damit sein groß mehr...
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 Forschungen eines Hundes
Eine körperlich-musikalische Interpretation der Erzählung Franz Kafkas durch das Theater Tanto
Ein Hund denkt nach. Und was dabei herauskommt, ist höchst verwirrend. – Kafka eben. Da philosophiert ein alternder Vierbeiner über sein Leben, über die (Hunde-)Gesellschaft und über sein Herzblutprojekt: der Erforschung, „woher die Erde ihre Nahrung nimmt“. Im Kampf mit der Erkenntnis winden sich seine Gedanken, verknäulen und verkanten sich, setzen woanders neu an. Ein anrührend absurdes Sammelsurium aus Beobachtungen, Kommentaren und Geständnissen ergibt sich und wirft Fragen über Fragen auf. mehr...
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 Helden, wo seid ihr?
Mit „sentimental milk unshaken“ stellt die artblau Tanzwerkstatt eigenwillige Nachforschungen an. Die Spurensuche beginnt im Dunkeln mit einem Dickicht aus Stimmen. Drachentöter? Feuerwehr? So viel ist klar: Der moderne Held hat ein eklatantes Profilproblem.
Da beginnen sich zögerlich drei Tänzer zu bewegen und eröffnen die Heroen-Modellwelt, Spielfeld 1: Politik. Mit europäischen Flaggen auf dem Rücken umkreisen sie, verwickeln sie, vertreiben sie sich gegenseitig. Kreidegrenzen werden gezogen und überschritten. Und alle drei tanken den gleichen Kraftstoff: Milch. Aus dem Tetrapack in den mehr...
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 Wenn der Milchmann zweimal klingelt...
„Mörder-Variationen“ in der Schlosserei Köln „Menschen gehen auf der Wiese. Und dann liegen sie unter ihr.“ Als ein steinernes, und doch leicht verspieltes Memento wirft dieser erste Satz aus Christoph Nussbaumeders „Mörder-Variationen“ seine Schatten über die verschneite Bühne. Zwei Auftragskiller (Simon Eckert und Aljoscha Stadelmann) warten dort über eine Stunde lang am Wegrand auf ihr blindes, wehr- und namenloses Opfer. Derweil plaudern sie über Job und Familie, über die zurückliegende Ausbildung in „Schöppingen“ und philosophieren ge mehr...
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 Ein Fell, sie zu knechten und ewig zu binden
Neu-Inszenierung von Grillparzers Das goldene Vlies im Schauspiel Köln. „Es ist nicht traurig das die Kinder nicht mehr sind, sondern das sie waren und wir noch immer sind!“ Ein langer Weg ist es bis dorthin. Dem endgültigen Höhepunkt und finalem Akt Medeas Grausamkeit, wie sie sich an ihrem eigenen Fleische vergeht. Getrieben von Neid, Missgunst, Verlangen und allen ach so menschlichen Trieben und Begierden. Sigmund Freud, der geistige Vater aller Seelenklempner hätte sein "Vergnügen" daran gehabt.
Hybris, die maßlose Verblendung und jenes triebhafte Streben nac mehr...
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 Sein oder Nichtsein?
Acht Roboter stellten in der Premiere von „Black Box“ Shakespeares Klassiker auf den Kopf. „Aber ich kann nicht. Ich weiß nicht, was dieser Monolog bedeutet.“ Der kleine Roboter Stabilomat fühlt sich plötzlich mitten im Stück überfordert, stößt an die Grenzen des melancholischen Hamlets und weigert sich strikt, Polonius umzubringen. Da helfen auch die besänftigenden Worte der Schulspielleiterin nichts. Auch die Drohung, dass sie die Vorkommnisse dem Zentralrechenamt melden und Stabilomat damit zum dritten Mal durch die Abschlussprüfung fallen würde, hilft nichts. Und so nimmt die Rebe mehr...
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 Theater ohne Grenzen
Die junge professionelle Theaterszene präsentiert sich vom 10. bis zum 17. Mai beim österreichisch-deutschen Festival an der Studiobühne Köln. Wer wissen will, wie zeitgenössisches Theatermachen aussieht, der ist hier richtig: 12 freie Gruppen werden über eine Woche hinweg, vom 10.-17. Mai, die unterschiedlichsten Inszenierungen vorstellen. Neben Sprechtheaterstücken stehen Tanztheater, Performance und Video-Kunst auf dem Programm. Dem Themenspektrum nach sind die Gaststücke nicht nur vielfältig, sondern könnten schon durch ihre Titelwahl Originalitätsprämien gewinnen: Die Tanz-Produktion „sentimental milk unshaken“ zum Beispiel widm mehr...
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 Die Kunst des zivilisierten Umgangs
Premiere von Yasmina Rezas „Der Gott des Gemetzels“ in der Schauspielhalle Beuel. Ein riesiger, grell ausgeleuchteter Tisch nimmt den Großteil der Bühne ein. Zwei Ehepaare sitzen sich gegenüber, in ein – scheinbar entspanntes – Gespräch vertieft. Doch der Grund der Zusammenkunft ist ein durchaus ernster: Die elfjährigen Söhne Bruno und Ferdinand haben sich geprügelt, und bei Bruno sind zwei Schneidezähne draufgegangen. Das muss geklärt, eine Stellungnahme muss verfaßt werden. Schreibt man da nun „bewaffnet“ oder „ausgestattet“ mit einem Stock? Das sei schon ein Unterschied, f mehr...
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 „Ach du Scheiße bin ich hässlich! Warum sagt mir das keiner?“
"Der Hässliche" im Theater im Bauturm Köln. Hässlich! So Hässlich und keiner hat es ihm (zeitlebens) gesagt. Nicht die Mutter, für die ist der eigene Sohn ohnehin wunderschön, selbst wenn er Quasimodo das Fürchten lehren könnte und auch nicht die Gattin, die schaut beim Sex immer woanders hin. Nun ist es aber raus und Lette (der Hässliche) ist in Trouble!
Eigentlich ist Lette ein erfolgreicher Ingenieur und hat einen neuartig-revolutionären Hochspannungsstecker für die Industrie entwickelt und wollte diesen demnächst verkaufsfördern mehr...
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 Talkshow mit Goethe
Neuinszenierung von Goethes Frühwerk "Clavigo" in den Kammerspielen Bonn Ein junger Mann sitzt auf dem Rand der oberen Theaterbühne, überblickt die Szenerie und summt ein Lied. Ganz leise. Sein Blick schweift zu einem Mädchen, das auf einer zweiten Bühne unter ihm auf wackligen Beinen steht. Den Blick in die Ferne gerichtet, singt auch sie dieses Lied. Die Melodie zieht sich wie ein roter Faden durch das Stück und symbolisiert die enge Verbindung der beiden Protagonisten, die doch nicht zusammen kommen können: Der Schriftsteller Clavigo hat sich für seine Passion die mehr...
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 Die Jadgsaison ist eröffnet
Das „Dershowitz-Protokoll“ von Robert Fothergill in der Werkstattbühne Bonn.
„Scheiß verfickte Nukularwaffe..!“ flucht Jack McCall, New Yorker FBI-Agent, zuständig für die etwas intensiveren Verhöre, also known as Folter. Eine kleine Reminiszenz an George Bush, der ja selbst auch einmal vergebens mit dem Wörtchen „nuclear“ rang.
Der cholerische McCall trägt einen schreiend grünen Anzug, der sein beinahe permanent zornesrotes Gesicht und die leicht karottigen Haare noch mehr betont – ganz keltischstämmiger New Yorker Cop, ein Mann aus dem Volk, der irgendwann in einer mehr...
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 Das Leben der Anderen
Unter dem Titel "Kölner Affäre" präsentiert das Schauspiel Köln eine Uraufführung der besonderen Art "Entschuldigung, darf ich Sie mal etwas fragen?" So oder so ähnlich muss es sich angehört haben, als sich die vier Schauspieler des Stücks auf die Suche nach ihren Rollen begeben haben. Zugegeben, im ersten Moment klingt das eher sonderbar: Ein Schauspieler auf der Suche nach seiner Rolle. Schließlich kennt man aus nahezu sämtlichen klassischen Theaterstücken eine bestimmte vorgegebene Figurenkonstellation, die im Verlauf der Handlung erkennbar wird. Jedoch nicht bei diesem Projekt. Der lettisch mehr...
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 "Ich habe DICH mit dem Teufel gesehen!"
Premiere von Arthur Millers Drama „Hexenjagd“ in der Schauspielhalle Beuel . Bist du ein gläubiger Christ? Warum warst du dann solange nicht mehr in der Kirche?
Trägst du vielleicht den Teufel in dir oder hast du gar einen Pakt mit ihm geschlossen?
Du kannst die zehn Gebote nicht aufsagen! Das ist Beweis genug, du bist eine Hexe! Festnehmen. Hängen!
Ähnlich verdutzt fühlen sich John Proctor und seine Nachbarn, Francis Nurse und Giles Corey als in ihrer kleinen Stadt Salem der Hexenwahn ausbricht. Aus anfänglich beschwichtigenden Worten, wird blankes Entsetzen, als mehr...
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 Kurz vor elf in unklarer Sachlage
Das fringe ensemble eröffnet die Saison im Theater im Ballsaal mit "Hotel Kairo" Es wirkt fast paradox, als er dann tatsächlich einmal etwas sagt. Viel ist es allerdings nicht: "Ja. Ja. Okay. Ich höre dich. Ja." Der augenscheinlich kleine Mann mit der schwarzen Sonnenbrille, dem dezent braunen Anzug mitsamt der edlen Krawatte und der Sturmfrisur thront auf einer hohen Wand, die den Blick auf jeglichen anderen Winkel des Raumes komplett abschirmt. Hinter der Wand jedoch hört man Stimmen. Zwei Frauenstimmen. Eine jüngere und eine reifere Stimme. Und die beiden diskutieren, was mehr...
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 Die Ehe als Hölle auf Erden
Das Euro-Theater Central in Bonn präsentiert mit August Strindbergs „Totentanz“ ein nihilistisches Kammerspiel, in dem der Hass regiert. v.l.n.r.: Thomas Franke, Julianna Viczián, Heike Bänsch.In einem Turm am stürmischen, eisigen Meer leben Alice und Edgar in todbringender Monotonie. Ihr Tagesablauf besteht aus ständigen W mehr...
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 Kinder, die Krieg spielen
Mit "König Lear" beendete das “Theater an der Ruhr” das NRW-Theaterfestival in Bonn.
Es ist kein einfaches Stück: Wahnsinn, Melancholie, Hass, Liebe und Krieg bestimmen William Shakespeares “King Lear”. Eine gelungene Inszenierung erfordert genau das: Sie muss Mut zur Hässlichkeit haben, wahnsinnig und verrückt sein, aber gleichzeitig wahr und tiefsinnig. Der Zuschauer muss weinen, weinen vor Trauer und vor Schmerz und am Ende vor Mitgefühl und Mitleid. Roberto Ciulli hat sich mit seiner Interpretation des „König Lear“ etwas getraut, setzte mit seinem Ensemble des „Theater an de mehr...
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 Lottes Welt
„Groß und Klein“ von Botho Strauß in den Kammerspielen Bonn. „Im Prinzip kommt hier jedes Zimmer gut allein zurecht“, sagt der Mann mit der Gitarre und der Nick Cave-Tolle und zuckt mit den Schultern. Man hat sich arrangiert, sein Betäubungsmittel gefunden, sein Zimmer zur Gummizelle umfunktioniert oder sich anderweitig verbarrikadiert.
Damian Hitz’ Bühnenbild zeigt auf einem drehbaren Kubus 4 verschiedene Gebäude-Innenansichten – mal einen neonbeleuchteten, weiß gekachelten Speisesaal, mal ein Wohnhaus mit Zimmerquerschnitten, ein in übelstem 70er-Jahre mehr...
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 Soft Porno auf Opern Niveau
Die Bonner Oper präsentiert mit „Siegfried“ und „Götterdämmerung“ den zweiten Teil Wagners Meisterwerks „Der Ring des Nibelungen“. Da scheiden sich die Geister. Im wahrsten Sinne des Wortes: Während auf der Bühne ungeniert die Rheintöchter und Götter nackt umhertollen, sieht sich das Publikum einem Wechselbad der Gefühle ausgesetzt. Pures Entsetzen gegen unverholene Begeisterung. Eine Inszenierung zwischen Wahnsinn und Genie.
Es war die letzte Premiere dieser Form für Johann Kresnik und sein choreographisches Tanztheater an der Oper Bonn. Nach 5 Jahren ist hier für ihn Schluss. Schluss ist jedoch noch nicht für eine Darb mehr...
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 „Jetzt sag Du doch auch mal was!“
"Lieblingsmenschen" von Laura de Weck feiert Premiere im Euro Theater Central „Hey...hi. Hallo!” Die blonde Frau wirkt etwas verschüchtert, bahnt sich den Weg durch die Umzugskartons, die über die Bühne verteilt sind. „Hi...hallo.“ So recht will die Kommunikation nicht klappen zwischen den ehemaligen Schulfreundinnen Jule und Anna. Anna, die seit 6 Jahren mit ihrem Philipp zusammen ist und mit Jule und Lili so gar nicht mitreden kann, wenn es um Party und Männergeschichten geht. Nicht, dass die anderen zwei Frauen den Bogen raus hätten. Und Darius und Sven, die sich erst mehr...
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 Ach leck mich!
Das Junge Theater Bonn präsentiert als Deutschsprachige Erstaufführung: "Beautiful Thing" von Jonathan Harvey. Schon in der ersten Szene ist man mittendrin in Thamesmead, einer Sozialbausiedlung im Südosten Londons, mittendrin im Leben des 16-jährigen Jamie (Timo Rüggeberg). Da werden Türen geknallt und lauthals geflucht, man brüllt sich öfter an, als dass man miteinander redet.
Mit seiner Mutter Sandra (Andrea Brunetti) lebt Jamie am Existenzminimum in einer kleinen Wohnung und wird tagtäglich mit dem Leid und den Problemen seiner Nachbarn konfrontiert: zwischen Arbeitslosigkeit, häuslicher Gewalt mehr...
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 Gruppenbild mit Wolf
"Wer hat Angst vor Virginia Woolf?" von Edward Albee feiert Premiere in den Kammerspielen Bad Godesberg "Versager!"
"Ungeheuer!"
George und Martha haben nun wirklich Routine im Ehekrieg. Sie sucht Zuflucht im Alkohol, er im Zynismus. Bereits angetrunken kehren Sie von einer Party zurück, und kaum hat Martha ihrem Mann verkündet, sie habe noch Gäste eingeladen, fliegen schon wieder die Fetzen.
Wohl situiert sieht es aus auf der Terrasse hinter George und Marthas Haus - wären da nicht zwei Blumenkübel mit längst schon vertrockneten Pflanzen und zwei Liegen ohne Bezug. Dank Peter Sciors Bühnenbild mehr...
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 Mehr Schein als Sein
Bei der ausverkauften Premiere am 25. Januar präsentierte sich „Der Menschenfeind (oder der unglückliche Verliebte)“ im Kölner Schauspielhaus. „Ich gehe!“ schreit der Protagonist Alceste entschlossen, entfernt sich von der cocktailschlürfenden Schickeria und hält sich eine Knarre an die Schläfe. Suizidgefährdet, unrasiert, mit einer saftigen Portion Jack Nicholson`schen Wahnsinns: Alceste, der Menschenfeind. Trotzig stänkert er gegen die Natur des Menschen, weigert sich, das Spiel der Konvention und des gesellschaftlichen Bauchpinselns mitzuspielen.
So schlurft er bald nur noch in Unterhosen und Unterhemd bekleidet über die Bühne, mehr...
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 Ein zeitloses Scheitern am Leben
"To be or not to be – Hamlet meets Nirvana" an der Kölner Studiobühne. Blondiert, in Jeans und Karohemd rockt Hamlet auf der Gitarre: „Seeein oder nicht seeein?“ Halt - haben wir es hier nicht mit Kurt Cobain zu tun? Schwer zu sagen, denn die Texte des Stücks wechseln vom Ton der modernen Gesellschaft in die Poesie Shakespeares. Das Familiendrama um den dänischen Prinzen wird verwoben mit dem Leben des Nirvana-Rock-Rebellen Cobain. Verzweiflung, Selbstzerstörung, Kampf um Liebe sind die zentralen Größen, die uns die Figuren als zeitlose Themen präsentieren.
Die mehr...
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 Traum oder Wirklichkeit?
"Die tote Stadt" von Erich Wolfgang Korngold feierte am Samstag den 19. Januar 2008 im Opernhaus Bonn Premiere. Der Vorhang lüftet sich und der Blick auf die Bühne wird freigegeben: Geometrische Formen in kalten Farben, beherrscht durch ein überlebensgroßes Porträt. Sofort wird erläutert wo man sich befindet: im wichtigsten Raum des Stückes, der "Kirche des Gewesenen“.
Hierbei handelt es sich um ein Zimmer im Haus des Protagonisten Pauls (Janez Lotric) in Brügge. Weil dieser den Tod seiner Ehefrau Marie vor 5 Jahren nicht überwinden konnte, hat er zu ihrem Gedenken diesen Raum als Schrein angelegt. Die m mehr...
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 Der Dieb der Stimmen
Flughunde – ein musikalisches Literaturprojekt im Freien Werkstatttheater Köln. Wie nimmt man die eigene Stimme wahr? Verändert sie sich im Laufe des Lebens und wie klingt die eines Sterbenden?
Herrmann Karnau ist fasziniert von der menschlichen Stimme und führt Studien durch, um dem Geheimnis dieser auf den Grund zu gehen. Von Beruf Akustiker, gehört es zu seinen Aufgaben den Berliner Sportpalast mit Mikrofonen auszustatten, natürlich so, dass die Redner besonders eindringlich wahrgenommen werden. Joseph Goebbels ist von dessen Arbeit angetan und vertraut ihm seine Kinde mehr...
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 Zwei Frauen auf der Suche nach der Wahrheit
Die Theatergruppe Déjà Vu lüftete in der Bonner Brotfabrik "Das Geheimnis des George Washington". George Washington war der erste Präsident der Vereinigten Staaten. In diesem Theaterstück dreht es sich aber nicht um Politik oder das Weltgeschehen vom 18. Jahrhundert, sondern um die Liebe. Seine Liebe einerseits zu seiner Ehefrau, andererseits zu seiner Geliebten.
Nach Washingtons Tod lädt die Witwe Martha die Geliebte Silvia zu sich nach Hause ein. Man mag sich fragen, weshalb sie sich dies im Schmerz der Trauer antut. Gleich zu Beginn gibt sie die Antwort darauf. Die Geliebte scheint de mehr...
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 Ein Ring sie zu knechten, sie alle zu finden...
Premiere für das Rock-Musical „Der Ring“ in Bonn. Um die Frage gleich vorweg zu nehmen: Nein, es handelt sich hier nicht um die Besprechung einer Bühnenumsetzung des Horrorfilms „The Ring“, auch wenn verschiedene Bonner das geglaubt haben. Frank Nimsgerns neuestes Projekt ist aber, wenn auch aus anderen Gründen, mindestens genauso ungewöhnlich wie diese Idee. Denn Wagners berühmte Tetralogie „Der Ring des Nibelungen“ in ein Musical zu transformieren, noch dazu in eines mit Symphonic-Rock als Untermalung, ist ein gewagtes Unterfangen. Nimsgern u mehr...
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 Nachtigall ick hör dir trapsen!
Die Shakespeare Company Bonn gibt "Romeo and Juliet". Shakespeare auf die Bühnen zu bringen ist eine große Herausforderung. Eine noch größere Herausforderung ist es wohl, „Romeo and Juliet“ zu inszenieren. Denn schließlich handelt es sich bei dieser Tragödie um die größte Liebesgeschichte der englischen Literatur. Ergo weiß eigentlich jeder, worum es in dem Stück geht: die unerbittliche Feindschaft zweier Familien (Montague und Capulet), die (unglückliche) Liebe zwischen Romeo und Julia, so wie einen waghalsigen Plan, der die Liebenden vereinen sol mehr...
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 McPraktikum
Uraufführung „Generation P“ in der Werkstattbühne des Schauspiels Bonn. Während für die Besatzung von Douglas Couplands „Generation X“ Praktika noch mehr oder minder schlecht bezahlte Selbstfindungstrips waren, findet sich die Generation P nun auf dem Praktikums-Abstellgleis wieder, das weder zur Selbstfindung und noch viel weniger zu einer festen Anstellung führt.
Entsprechend untermalt die Schilderungen der 6 Praktikanten eine musikalische Endlos-schleife. An die hintere Bühnenwand werden über einen Projektor die Namen der Inter-viewten gebeamt (fast befürchte mehr...
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 Ende mit Eisenstange
Premiere für "Edward Love War" im artheater Köln. Es handelt sich wahrlich um keinen einfachen Stoff, den sich das Ensemble, bestehend aus artheater und movingtheatre.de, für seine neue gemeinsame Produktion ausgesucht hat.
Als Grundlage dient Christopher Marlowes Geschichte um den englischen König Edward II. Dieser pflegt innige und homoerotische Verhältnisse zu seinen Günstlingen, besonders aber zu Gaveston. In einem Komplott werden schließlich beide ermordet: Der eine durch Enthauptung, der andere durch das Aufspießen mit einer glühenden Ei mehr...
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 Was damals im Stall wirklich passierte
Lars Reichow zu Gast im Ateliertheater mit einer neu interpretierten Weihnachtsgeschichte Nach zwei jähriger Pause stand Lars Reichow am 4. Dezember mit seinem neuen Programm „Unter Plätzchen“ wieder auf der Bühne des Ateliertheaters. Der Mainzer präsentierte an diesem Abend eine bunte Mischung rund um die Weihnachtszeit. Sowohl durch Lieder begleitet von seinem Klavierspiel, als auch durch gesellsc mehr...
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 Jetzt nicht, Liebling!
Ingmar Bergmans „Szenen einer Ehe“ im Euro Theater Central.
„Ich wollte eigentlich schon vor vier Jahren gehen,“ eröffnet Johann seiner Frau. Ein Schlag ins Kontor, möchte man meinen, doch Marianne erholt sich erstaunlich gut – bietet sogar an, ihm packen zu helfen, gibt ihm Ratschläge zur Anzugwahl. Es sei „nicht nett“ von ihm, aber wie es denn mit der Geliebten im Bett laufe, und ob sie ihm seine Post nachsenden solle. Erst als der Gatte aus der Tür ist und sie erfährt, dass selbst ihre beste Freundin von der Affäre wusste, beginnt sie zu toben.
Wer mehr...
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 Hauptsache, die Frisur sitzt
Frau Kohl trifft Frau Honecker – Das Stück „Margot und Hannelore“ feierte am 28.11. Premiere im „Theater im Ballsaal“. Margot Honecker trägt Kostüm und (herrlich:) eine Betonperücke im passenden Ton. Und Turnschuhe vom Klassenfeind. Rattert ein Dementi nach dem anderen herunter, will sich für nichts entschuldigen, steht sozusagen ganz hinter sich. Oder doch neben sich? Eine zweite Margot posiert auf einer Art Theke in der Mitte der Bühne, und aus einem Standkühlschrank steigt – zu den Klängen von „Die Partei hat immer Recht“ - ein dritter, unterkühlter Betonkopf. Alle drei sind identisch gekleidet – nein, kostü mehr...
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 Amouren mit Maschinengewehr
Jacques Offenbachs "Die Großherzogin von Gerolstein" -Opéra-bouffe en trois actes et quatre tableaux : eine gelungene Premiere am 23.11. 2007 in den Godesberger Kammerspielen Der Vorhang ist noch nicht aufgegangen, da wird der Zuschauer schon von einem gleichgültig dreinblickenden Augenpaar angeschaut. Vor dem roten Vorhang sitzt ein Soldat, Bein und Gewehr lässig von sich gestreckt, scheinbar müde von seiner wachenden Position. Nur desinteressiert erwidert er den neugierigen Blick des Zuschauers.
Soldat Fritz (Hendrik Richter) ist von dem Krieg wahrlich nicht begeistert, in dem er sich als einfacher Gefreiter befindet. Und dies verwundert auch nicht, wenn man die mehr...
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 Klamauk im Zwielicht
Premiere von Shakespeares "Maß für Maß" im Schauspielhaus Köln am 22. November. Das Wien des anbrechenden 17. Jahrhunderts, wo Prostitution und Korruption an der Tagesordnung sind, bildet die Szenerie für William Shakespeares Tragikomödie „Maß für Maß“, die seit Freitag im Kölner Schauspielhaus gespielt wird. Regie führte Karin Beier, die in dieser Spielzeit als neue Intendantin ans Schauspielhaus ihrer Heimatstadt Köln zurückgekehrt ist.
Vincentio, Herzog von Wien, gibt vor, außer Landes zu reisen, mischt sich aber stattdessen als Mönch unters Volk, um zu untersuchen, o mehr...
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 Eine Laola–Welle für Angie
„Zur Sache, Puppe!“ – Comedy meets Puppetry. Eine Premiere im Ateliertheater: Zum ersten Mal standen Puppenkünstler Martin Reinl und Comedy–Lady Ramona Schuhkraft gemeinsam auf der Bühne. Beide, bereits erfahren durch zahlreiche Funk- und Fernsehauftritte, bündelten an diesem Abend ihr Können und kreierten eine kurzweilige Bühnenshow. In der beinahe zweistündigen Veranstaltung bot sich vor allem für Kabarettfans eine bunte Mischung aus Gesangseinlagen, Slapstick und Puppenspiel. Auch inhaltlich waren sämtliche Themen von Politik über Gesel mehr...
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 Zitteraal und Kugelfisch
"Die Kleine Meerjungfrau - Eine Musikalische Märchenreise nach Hans Christian Andersen" feierte in den Kammerspielen Bad Godesberg Premiere. Am Samstag den 3.11.2007 tauchte das Publikum das erste Mal in die Tiefen des Meeres hinab, in die Welt der kleinen Meerjungfrau. Eine Einführung in die Geschichte boten der Meeresminister, ein Kugelfisch (Stefan Preiss), und ein Zitteraal (Sebastian von Koch), und so war es nicht verwunderlich, dass am Bullauge des Zuschauerunterseeboots bereits Fische vorbeischwammen.
Schon war man Mittendrin in der Welt der kleinen Meerjungfrau (Sinead Kennedy) und all den anderen Unterwasserwesen!
Chris mehr...
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 Showdown auf dem Schulhof
"Ich knall’ Euch alle ab" feierte in der Brotfabrik Bonn Premiere. „Eine Blume für meinen Freund,“ sagt eine junge Frau am hinteren Bühneneingang, zu dem das Publikum vor dem Stück gebeten wird, und hält einem eine Gerbera entgegen. Man betritt den Theatersaal der Brotfabrik nicht wie üblich durch die Feuertür, sondern muss erst einmal über die Bühne - einem angedeuteten Schulhof mit einem Basketballkorb - um zu seinem Sitzplatz zu gelangen. Und ist direkt mittendrin. Der „Freund“, stellt sich heraus, ist tot, und die Blumen legt man auf eine Art Gedenkstätte, mehr...
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 Thor und Teufel
Das Ensemble Theaterwandel präsentiert Goethes "Faust I – verbinde dich!" Faust ist zeitlos. Dass der Stoff heute wie damals funktioniert, ist kein Geheimnis: Ein von Selbstzweifeln gebeutelter Gelehrter schließt einen Pakt mit dem Teufel. Die Liebe bleibt auf der Strecke. Doch wie inszeniert man ein Stück wie den Faust „zeitlos“? Raphael T. Musiol ist das Kunststück gelungen. Das Ensemble Theaterwandel aus Bonn zeigt Goethes Faust I in einer berauschenden Intensität, die auf unnötigen Ballast pseudo-modernen Schnickschnacks genauso verzichtet wie auf klassischen Bühn mehr...
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 Immer Ärger mit den Bräuten
"Die große Freiheit" feiert im Theater im Ballsaal Premiere. "Da sssteckt doch sicher 'n Weibssstück hintä", näselt es von hinten rechts in feinstem Hamburgisch. Und in der Tat - der nicht mehr ganz so junge Seebär Hannes hat beschlossen "abzumustern", das Seefahrerleben aufzugeben und sesshaft zu werden. Und alles wegen Gisa, die er aus einer Kleinstadt herausholte, wo sie als "Seemannshure" verschrien war. Kurzerhand vom rauen Seebär zum Ritter-Retter mutiert verdient sich Hannes nun als Sänger auf der Reeperbahn seine Brötchen. Und leidet. Soweit die H mehr...
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 „Heiße Herzen“ mit Lioba Albus
Über Liebe, Lust und Lustverlust spricht die Kabarettistin Lioba Albus in ihrem neuen Programm. Die Premiere fand am 02.09.2007 im Kölner Atelier Theater statt. Die in Attendorn im Sauerland geborene Künstlerin wollte eigentlich Lehrerin werden, besuchte aber die Schauspielschule und landete nach dem Abschluß auf deutschen Kabarettbühnen. Hier ist sie eine feste Größe, auch bekannt geworden durch viele Auftritte und Moderationen in den verschiedensten Fernsehsendungen (Mitternachtsspitzen, Missfits, Aktuelle Stunde, Satirefestival, Ottis Schlachthof und viele mehr). Als Moderatorin spricht sie mit jedem über alles und ist als solche eine Moderatorin für mehr...
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 Freude schöner Körperformen
Die Oper FREAX feierte am Sonntag in Bonn ihre Premiere, und bis zuletzt wusste eigentlich niemand so recht, was einen erwarten durfte. Geschrieben hat das Werk der Komponist Moritz Eggert, für die Inszenierung vorgesehen niemand geringeres als der Skandal-Primus Christoph Schlingensief. Doch irgendwie kam alles ganz anders: weil sich Komponist und Regisseur vergebens um eine künstlerische Basis bemühten, kam man überein, die Oper als ein bislang nie da gewesenes Zwitterwesen zu präsentieren. Zunächst eine konzertante Fassung des Werkes nach Vorstellung von Moritz Eggert, in der Pause dann die medialen Ergüsse des Christoph Schl mehr...
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 Ist das noch Theater? Jedenfalls nicht nur!
Premiere von "Der Perfekte Mensch" in der Orangerie Köln. Das Analogtheater, bekannt für seine anarchisch-freizügigeren Interpretationen, inszeniert Büchners abgenudelten Woyzeck als Hommage an den dänischen Filmemacher Leth, d.h. in Verbindung mit Videokollagen, und das in der Orangerie - einem einsturzgefährdeten, undichten, ehemaligen Gewächshaus. Na toll. Hoffentlich regnet’s nicht durch, hoffentlich wird’s nicht zu nervig, hoffentlich dauert’s nicht zu lang.
Also kommt eine grundsolide Skepsis ob dieses bevorstehenden, künstlerischen Experiment mehr...
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 Das Spiel der Liebe, die Liebe zum Spiel
Shakespeare Company: "Les Liaisons Dangereuses" feierte Premiere. Mit der Liebe ist das so eine Sache. Mal wird sie als größte Macht der Welt angesehen und besungen und im nächsten Moment schon wieder als fragil und vergänglich dargestellt. Die Liebe bietet eine dramatische Spannbreite, wie es kein anderes literarisches Motiv tut. Kein Wunder also, das sie sich über die Jahrhunderte hinweg als roter Faden durch sämtliche Erscheinungsformen künstlerischer Ergüsse zieht. Doch sooft das Thema auch bemüht wurde, so war es doch meistens die Liebe in ihren mannigfal mehr...
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